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Wiedereröffnung der Reventloubrücke

Nach langen Bauarbeiten Wiedereröffnung der Reventloubrücke

Die Reventloubrücke erstrahlt nach langen Bauarbeiten endlich wieder in neuem Glanz: Am Freitag wurde das über fünf Millionen Euro teure Bauwerk, das komplett barrierefrei gestaltet ist, von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Lutz Oschmann, Aufsichtsratvorsitzender der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK), eröffnet.

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Auch SFK-Kapitän Matthias Ude (Schwentinelinie) freut sich über den neuen Anleger. Um den aktuellen Wasserstand der Förde muss er sich nicht mehr kümmern.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der Neubau soll 70 Jahre halten. „Der neue Anleger ist schick. Funktionalität und modernes Aussehen passen gut zusammen“, lobt Rollstuhlfahrerin Maren Nitschke-Frank vom Kieler Beirat für Menschen mit Behinderung und rollt langsam von der fest installierten Zugangsbrücke über den ersten von drei beweglichen Pontons hin zum Fördedampfer „Heikendorf“, der eigens zur Eröffnung angelegt hatte – offiziell wird der Anleger erst am Sonnabend wieder von der Linie F1 (Laboe) und F2 (Schwentinelinie) angefahren. Besonders freue sie sich aber über die neuen Landgangbretter aus Aluminium, die den Übergang vom Schiff an Land und umgekehrt erleichtern, sagt Nitschke-Frank. Selbst E-Scooter können diese problemlos passieren.

Die Reventloubrücke in Kiel wurde am Freitag eröffnet.

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 Der Weg vom Ratsbeschluss im Jahr 2012 bis zum fertigen Förde-Anleger sei lang gewesen, erinnert sich Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. „Eigentlich sollte die Brücke ja bereits zur Kieler Woche fertig sein, aber aufwendige Kampfmittelräumarbeiten sorgten für Verzögerungen und einen Anstieg der Kosten.“ Über einen Zeitraum von zehn Wochen erkundete eine spezialisierte Tauchergruppe den Fördegrund, der von mehr als vier Tonnen Schrott bedeckt war – größtenteils Abfall, der über die Jahre achtlos ins Wasser geworfen worden war. Die rund 350000 Euro teure Sondierung förderte neben einem Schiffspropeller, Einkaufswagen, Fahrrädern und Mobiltelefonen lediglich eine unschädliche Stabbrandbombe zu Tage. „Am Ende gab es glücklicherweise nichts zu entschärfen“, resümiert Kämpfer und appelliert daran, zukünftig keine Gegenstände mehr in die Kieler Förde zu werfen.

 Das Besondere am neuen Anleger seien vor allem die drei beweglichen Stahlbeton-Pontons, die sich über eine Länge von 98 Metern erstrecken, erklärt Udo Weißel vom Tiefbauamt. „Die 3,80 Meter großen Hohlkörper ragen knapp 1,40 Meter aus der Förde und halten die Brücke über Wasser.“ Jeder Schwimmkörper wiege etwa 780 Tonnen. Vorteil: Die Brücke passe sich jeweils dem aktuellen Wasserstand der Förde an. „Die Neigung beim Landgangbrett bleibt also immer gleich. Das ist gerade in punkto Barrierefreiheit wichtig.“ Insgesamt wurden drei Anlegepositionen geschaffen – zwei am Ponton, einer seitlich an der festen Zugangsbrücke. Diese ist so konzipiert, dass sie nicht nur dazu dient, Fahrgäste auf die Pontons zu führen: „Bei Hochbetrieb kann der vordere Teil auch als Wartebereich genutzt werden – an ruhigeren Tagen für Veranstaltungen“, erläutert Weiß. „Die Reventloubrücke ist also quasi Seebrücke, Anleger und Sportboothafen in einem.“

 „Endlich ist der bisher eher unbeliebte Reventlou-Hafen besser geschützt“, lobt Philipp Mühlenhardt, Geschäftsführer der Sporthafen Kiel GmbH. Wellen können durch die neue Konstruktion nicht mehr so eindringen. Der Schwell-Effekt falle weg. „So steigt bestimmt wieder das Interesse an den 19 barrierefreien Liegeplätzen“, hofft Mühlenhardt.

 Die alte Reventloubrücke aus dem Jahr 1963 musste im vergangenen Jahr abgerissen werden. Der Grund: „Eine Sanierung in Verbindung mit einem barrierefreien Ausbau wäre nicht rentabel gewesen“, so Kämpfer. Die Nutzungsdauer des neuen Anlegers sei auf 70 Jahre ausgelegt – wenn kein Vandalismus wie in Falckenstein dazwischen käme.

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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