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Das alte Kiel in einer Garage

Nachkriegszeit Das alte Kiel in einer Garage

Das alte Kiel der Vorkriegszeit hat Hans-Heinrich Flenker noch mit eigenen Augen gesehen. Von dieser Stadt seiner Kindertage hat er hunderte Aufnahmen und zusätzliche Informationen zusammengetragen und in Ausschnitten immer wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Einen Großteil seines Werkes hat er nun in einer „Geschichtswerkstatt“ zusammengestellt.

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In seiner Garage hat Hobbyhistoriker Hans-Heinrich Flenker eine Ausstellung über das alte Kiel zusammengetragen.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. „Der Alte Markt liegt mir besonders am Herzen“, berichtet der 82-Jährige. An die Geschäfte von damals kann er sich gut erinnern, an das alte Rathaus und vor allem an die Persinanischen Häuser, die als Modell im Mittelpunkt der Ausstellung stehen. Als Schuljunge musste er einen Aufsatz über diese windschiefen Fachwerkbauten aus dem 17. Jahrhundert schreiben. Beim Betreten empfand er sie als muffig und dunkel. Und dennoch gehören sie für ihn fest zum vertrauten Bild seiner alten Heimatstadt. Hader hat er die Persinanischen Häuser in liebevoller Kleinarbeit als Modell wiederauferstehen lassen. Sie sind zusammen mit alten Fotografien, Ansichtskarten, Zeitungen und Notgeldscheinen Teil einer Ausstellung, die jetzt an einem ungewöhnlichen Ort zu sehen ist: In seiner Garage am Düvelsbeker Weg hat Flenker – im wahrsten Sinne – eine „Geschichtswerkstatt“ eingerichtet. Er zeigt unter anderem 24 große Bildtafeln, die zum Teil schon in den Schaufenstern der Belvedere-Apotheke oder im Flandernbunker ausgestellt waren. In etlichen Ordnern präsentiert Flenker außerdem seine Ausarbeitungen zu verschiedenen lokalhistorischen Themen, etwa zu verschiedenen Kieler Werften. „Ich habe als Kind oft am Hafen gestanden“, erzählt der Hobby-Historiker, „Auf der Germania-Werft wurde ein Schiff nach dem anderen gebaut.“ Auch seine persönlichen Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs fließen in die Ausstellung mit ein.

 Flenker hat ebenfalls ein Ereignis aufgegriffen, das sich bald zum 100. Mal jährt: Am 22. September 1915 – mitten im Ersten Weltkrieg – weihte Prinz Heinrich von Preußen auf dem Alten Markt das vier Meter lange hölzerne Modell eines U-Bootes ein. Er startete damit eine Sammelaktion, die den Hinterbliebenen gefallener Soldaten zugutekommen sollte. Die Bürger konnten für 100, zehn oder eine Mark goldene, silberne oder eiserne Nägel erwerben und diese in das U-Boot hämmern. Das Metallgespickte Boot hing später in der Eingangshalle des Rathauses und ging im Zweiten Weltkrieg verloren.

 Wer Hans-Heinrich Flenkers „Geschichtswerkstatt“ einmal besuchen möchte, kann unter Tel. 0431/335706 Kontakt mit ihm aufnehmen. Zu sehen ist die Ausstellung in den kommenden zwei Wochen. Danach soll die Garage dann wieder ihre eigentliche Funktion erfüllen.

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