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Urlaub fällt für „Weilheim“-Crew aus

Nato-Einsatz Urlaub fällt für „Weilheim“-Crew aus

Korvettenkapitän Felix Uhlemann und seine 40 Soldaten wollten eigentlich nächste Woche mit ihrem Minenjagdboot „Weilheim“ wieder im Heimathafen Kiel festmachen. Doch der Weihnachtsurlaub fällt aus. Das 54 Meter lange Boot des 3. Minensuchgeschwaders aus Kiel wurde kurzfristig aus einem Nato-Einsatz geholt und der Operation Sophia zugeteilt.

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„Weilheim“-Kommandant Felix Uhlemann meldete sich am Wochenende bei Fregattenkapitän Marcel Rosenbohm, dem deutschen Kontingentführer der Operation Sophia vor Libyen.

Quelle: Marine

Kiel. Am Dienstag absolvierte das Kieler Minenjagdboot vor der libyschen Küste bereits eine erste Übung. Zusammen mit dem Versorger „Berlin“ soll die „Weilheim“ jetzt Flüchtlinge retten.

 „Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Boot und Besatzung bereiten sich auf ihren ersten Einsatz im Rahmen der Operation Sophia vor“, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam. Dieser Kurswechsel kam für alle Beteiligten völlig überraschend. Hintergrund: Kaum hatte am vergangenen Mittwoch der Bundestag das Mandat für bis zu 1200 deutsche Soldatinnen und Soldaten für die Teilnahme am Kampf gegen die IS-Terroristen beschlossen, musste die Fregatte „Augsburg“ Kurs auf den französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ nehmen. Zu diesem Zeitpunkt kreuzte der Nato-Minenabwehrverband 2 gerade südlich von Italien. Der türkische Verbands-Kommandeur bekam Post aus Deutschland. Die Deutsche Marine musste aus Mangel an verfügbaren Einheiten die „Weilheim“ aus seinem Nato-Verband abziehen und zur EU-Mission Sophia schicken.

 „Durch den Bundestagsbeschluss musste schnell gehandelt werden“, sagte der Sprecher des Einsatzführungskommandos. Die bei der Seenotrettung eingesetzte Fregatte „Augsburg“ war da schon mit Volldampf hinter der bereits im östlichen Mittelmeer befindlichen „Charles de Gaulle“ her, um noch vor dem Suezkanal Anschluss zu gewinnen.

 Die Seenotrettung vor Libyen hat für die Bundesregierung sehr hohe Priorität. Deshalb musste Korvettenkapitän Uhlemann mit seiner „Weilheim“ die Lücke der „Augsburg“ bei Sophia füllen. Bei einem Hafenbesuch in Augusta auf Sizilien haben die 40 Kieler Soldaten das Wochenende über durchgearbeitet und ihr Boot vom Minenjäger zum Rettungsschiff umgerüstet. Aufs Heck wurden Dixi-Toiletten gebaut, Sanitätsausrüstung, Winter-Kleidung und Verpflegung für die Versorgung von Flüchtlingen kamen an Bord. „Das Boot war nur vier Tage im Hafen und ist am Montag wieder ausgelaufen“, bestätigte der Sprecher in Potsdam.

 Zusammen mit der „Weilheim“ ist auch der Versorger „Berlin“ vor Ort. Wann die „Weilheim“ wieder in Kiel sein wird, steht noch nicht genau fest. Im Moment wird ein Zeitraum Ende Januar angepeilt. Die Einsatzplanung sieht derzeit vor, dass die „Weilheim“ auch über Weihnachten auf See sein wird. Dennoch soll sichergestellt werden, dass die Besatzung vorher noch irgendwie ein „Weihnachtspaket“ aus der Heimat geliefert bekommt. Ob dabei auf die Schnelle zumindest noch ein kleiner Weihnachtsbaum an Bord aufgestellt werden kann, werde gerade über die Logistik geprüft, ist zu hören.

 Ziel sei es, die Abwesenheit der 40 „Weilheim“-Soldaten vom Heimathafen nicht auf über sechs Monate hinaus auszudehnen. Kommandant Uhlemann hatte mit seinen Soldaten die Förde am 14. August verlassen. Inzwischen arbeitet das Marinekommando bereits an einer Ablösung für die „Weilheim“. Um bis zum 14. Februar wieder in Kiel zu sein, müsste die Ablösung spätestens Mitte Januar im Mittelmeer eintreffen. Welches Boot das sein wird, ist noch unklar.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

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der Kieler Förde, dem
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