23 ° / 11 ° Gewitter

Navigation:
Briten und Deutsche räumen Minen vor Kiel

Nato-Einsatzverband Briten und Deutsche räumen Minen vor Kiel

Am Montag startet der Nato-Einsatzverband SNMCMG 1 in der Kieler Bucht eine Suchaktion nach Kriegsaltlasten. Damit setzt die Nato eine Aktion fort, die sie im Februar vorigen Jahres vor Kiel begonnen hat. Die Marineeinheiten starten diesmal im Januar und wollen so die Taucher des Kampfmittelräumdienstes des Landes bei der Suche unterstützen.

Voriger Artikel
Assistenten für Schüler und Lehrer
Nächster Artikel
Wohnung brannte in Kiel

Am Montag startet der Nato-Einsatzverband SNMCMG 1 in der Kieler Bucht eine Suchaktion nach Kriegsaltlasten.

Quelle: Frank Behling

Kiel. In der Kieler Bucht werden noch Tausende unentdeckte Minen, Torpedos und Fliegerbomben vermutet.

„Wir haben vom Kampfmittelräumdienst des Landes zwei Boxen für die Suche nach Altlasten zugewiesen bekommen“, sagt Fregattenkapitän Martin Schwarz. Der Eckernförder Offizier ist seit Donnerstag Kommandeur des ständigen Minenabwehrverbandes der Nato. Dieser Verband wird in den kommenden der Wochen in der westlichen Ostsee operieren und dabei neben Kiel auch Lübeck besuchen.

Die Suche nach den Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg ist die erste Aufgabe für den Verband nach dem Ende der Feiertagspause. Zum Einsatz kommen dabei die Minenjäger „Ramsey“ (Großbritannien)  und „Dillingen“ (Deutschland). Außerdem werden Minentaucher mit der Unterwasserdrohne „Remus“ eingesetzt. Der Tender „Donau“ unterstützt die Einheiten bei der Suche als Führungsplattform. Die Wasserschutzpolizei wird die Einheiten ebenfalls absichern, da die Suchgebiete zum Teil im vielbefahrenen Fahrwasser für die Schifffahrt liegen.

Bei der Suche vertrauen die Minenjäger dabei auf deutsche und norwegische Rüstungstechnik. Die „Ramsey“ und die „Dillingen“ setzen deutsche Sonare und die Drohnen vom Typ „Seefuchs“ ein. Dabei handelt es sich um ein System, das von der Firma Atlas Electronic GmbH aus Bremen geliefert wird und besonders effektiv ist. Die Unterwasserdrohne „Remus“ stammt vom norwegischen Hersteller Kongsberg.  

Zusätzlich ist auf der „Ramsey“ auch eine Minentauchereinheit der Royal Navy einquartiert. Diese Soldaten Sie sollen bei den winterlichen Bedingungen mit deutschen Minentauchern den Meeresboden absuchen. „Diese Temperaturen sind dabei für uns noch kein Problem. Wir können auch bei Eis tauchen“, sagt Minentaucher Kristian Treloar. Der aus dem schottischen Hafen Faslane  stammende Soldat wird in der Kieler Bucht die vom Sonar der „Ramsey“ und vom „Seefuchs“ lokalisierten Unterwassersprengkörper erkunden und markieren. Im vergangenen Jahr fanden die Nato-Minenjäger in zwei Tagen allein 183 verdächtige Objekte. Darunter waren  14 hochbrisante Grundminen, ein Torpedo und eine Kiste mit Kriegsmunition. Die Minen sollen im Frühjahr vom Kampfmittelräumdienst des Landes Schleswig-Holstein unschädlich gemacht werden.

Die Munitionsbelastung ist in der Zufahrt zur Kieler Förde außerordentlich hoch. Dort wurden bei Kriegsende große Mengen nicht genutzter Munition der deutschen Kriegsmarine versenkt. Zusätzlich war die Zufahrt auch Ziel britischer Bomber im Krieg, die dort gefährliche Grundminen bei Nachteinsätzen auf die vermuteten Zufahrtsrouten zum Marinestützpunkt Kiel abwarfen. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3