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Kräuterrondell wie im Mittelalter

Naturgarten Meimersdorfer Moor Kräuterrondell wie im Mittelalter

Der Bund-Naturgarten im Meimerdorfer Moor ist wie ein kleiner Dschungel, nur mit heimischen Pflanzen und Tieren. 1985 entstand das 5000 Quadratmeter große Areal aus zwölf Schrebergärten der Bundesbahn. Damals wurde auch das Kräuterrondeel angelegt.

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Die acht-jährige Raya und ihr Bruder sind oft im Naturpark und begeistert von den vielen Tieren, die hier leben.

Quelle: Karina Dreyer

Meimersdorf. Die Vielfalt des Kräuterrondeels zeigte Heidrun Kusserow von der Bund-Kreisgruppe am Wochenende zahlreichen Besuchern.

Direkt an der B 404 und gegenüber vom Kronsburger Gehölz liegt das grüne Idyll mit allen möglichen Kostbarkeiten der schleswig-holsteinischen Natur, auch Hühner haben hier ein Gehege. Seit ein paar Jahren ist das Areal nun auch Bund-Naturgarten. Mitglieder der Kreisgruppe vermitteln kleinen und großen Naturfans Kenntnisse des ökologischen Gärtnerns, von der Fruchtfolge, Mischkultur, Herstellung von Kompost und pflanzliche Jauchen bis zur Bedeutung von Blütenangeboten für Insekten. All das zwischen spannenden Wildflächen mit Obstbäumen, die Giersch und Brennessel als Unterwuchs haben oder Blumenbeeten mit prächtigen Stauden. Ebenso gehört ein Kräuterrondeel, über das Heidrun Kusserow eine Menge zu erzählen weiß, dazu: „Die Anlage orientiert sich  an dem Muster des mittelalterlichen Kräutergartens in St. Gallen. Die großen Kräuter sind in der Mitte, nach außen werden sie kleiner,“ beschreibt sie. Zu erreichen sind die über 50 Küchen- und Heilkräuter auf Steinwegen. „Die Steine speichern zudem die Wärme“, so die Expertin.

Zwischen Pimpinelle, Majoran, Bärlauch, Bergminze, Alant und Kapuzinerkresse hat die große und artgeschützte Raupe eines Weinschwärmers Unterschlupf gefunden. Die achtjährige Raya nimmt die Raupe vorsichtig in die Hand. „Es gibt ganz viele Tiere hier: Bienen, Vögel, Eichhörnchen, Hühner, Schlangen und Spinnen“, zählt sie auf. Auch ihr großer Bruder ist oft hier, hat sogar einen eigenen Bienenstock: „Das ist toll hier, man kann so viel entdecken und verstecken spielen. Wir haben hier sogar eine kleine Feuerstelle“, beschreibt der Zehnjährige, der schon viel über die Natur kennengelernt hat und sich freuen würde, wenn noch mehr Kinder kommen und dort helfen und spielen würden. Denn es werden Mitstreiter einzelne Projekte oder für die regelmäßige Mitarbeit gesucht, einzelne Abschnitte können sogar frei bewirtschaftet werden.

Und es gibt viel zu lernen, Heidrun Kusserow hat sich über die Jahre ein großes Wissen über die Kräuter angeeignet. „Oregano als Gewürz für Gemüse schmeckt super, ebenso Majoran, Bohnenkraut, Bärlauch und Knoblauchrauke. Es gibt so viele Kräuter, die man selbst auf dem Balkon pflanzen kann, um sie frisch zu verwenden oder die ein prima Angebot für Insekten sind“, sagt sie.

Die Süßdolde schmeckt nach Lakritze, die Bergminze erfrischt. Einige Kräuter haben auch eine heilende Wirkung: Die Blätter vom Spitzwegerich helfen bei Stichen und Teile der Alantwurzel wirken als Tee schleimlösend.

Wer helfen möchte oder Ableger der Pflanzen gegen eine Spende haben möchte, kann sich an Heidrun Kusserow unter Tel. 0157/380 937 05 wenden und einen Termin vereinbaren. „Viele der Pflanzen versämen sich von allein, dass wir viele Ableger haben“, erklärt sie. Aber es gibt auch immer wieder Termine für Pflanzenbörsen oder Apfelernte mit Apfelsaftpresse. Denn auf dem Areal finden sich auch alte Apfelsorten und Bäume, die schon an die 80 Jahre alt sind.

Weitere Informationen gibt es unter www.bund-kiel.de.

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