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Neele aus Lübeck peilt Paralympics 2020 an

Schwimmtalent Neele aus Lübeck peilt Paralympics 2020 an

Neele hat einen großen Traum: 2020 in Tokio will die jetzt 13-Jährige bei den Paralympics um eine Medaille kämpfen. Bis dahin liegt noch ein langer Weg vor der sehbehinderten Schwimmerin aus Lübeck.

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Neele wird in den nächsten Jahren zusammen mit ihrer Mutter Ulrike Labudda regelmäßig zur medizinischen Untersuchung nach Kiel kommen.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Aber das schreckt Neele, die mit ihrer Mutter zu einer medizinischen Untersuchung nach Kiel kam, nicht. Ihr großes Vorbild, die mehrfache Olympiasiegerin im Brustschwimmen, Kirsten Bruhn aus Eutin, bescheinigt ihr gute Chancen. Es gibt einen kleinen Videofilm, der zeigt, wie Neele mit strahlendem Gesicht aus dem Becken auftaucht, nachdem sie unter der Beobachtung von Kirsten Bruhn ihre Bahnen durchschwommen hat. Schwimmen ist ihr Leben, genauer Brustschwimmen, denn „ich mag Wasser, aber ich gehöre im Wasser nicht auf den Rücken“, sagt sie klar und selbstbewusst. Ihre Mutter, die Lübecker Krankenschwester Ulrike Labudda (42), vermutet hinter der Abneigung die fehlende Orientierung. Beim Brustschwimmen kann sich ihre Tochter, die durch einen Gendefekt seit der Geburt nur über eine Sehkraft von acht Prozent verfügt, an einem dunklen Strich auf dem Boden und an einer Leine orientieren. Und auch das innere Gespür hilft ihr zu wissen, wann sie die Wende auf der Strecke über 50 Meter einleiten muss.

 Seit dem fünften Lebensjahr („da war ich noch klein“, sagt sie, während ein spitzbübisches Lächeln über ihr Gesicht huscht) schwimmt sie, wann immer sie kann. „Wir hatten im Garten einen Pool. Neele tauchte gern unter. Sie hat großes Vertrauen zum Wasser“, erzählt ihre Mutter. Mittlerweile hat Neele schon mehrere Wettkämpfe erfolgreich bestritten. Der für sie bisher wichtigste Sieg war eine Bronzemedaille bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Juni in Berlin.

 Der Weg zum größten Sportereignis der Welt in vier Jahren wird kein leichter sein. Doch Kirsten Bruhn, die als Co-Kommentatorin in Rio die Paralympics im September analysiert, glaubt an die junge Leistungssportlerin, die sie beim Wettkampf der Vielfalt in Neumünster 2014 kennenlernte: „Sie ist talentiert und diszipliniert: Das sind zwei Eigenschaften dafür, dass sie die Chance auf Olympia 2020 hat.“ Ab 7. September beginnt Neeles neues Leben in der siebten Klasse an der Sportschule in Rostock, wo sie zweimal vor und fast täglich nach dem Unterricht schwimmen muss. Die Kieler Lubinus-Stiftung unterstützt sie, indem sie ihren Muskel- und Skelett-Apparat regelmäßig an der Lubinus-Klinik untersuchen lässt und ihr einen monatlichen Zuschuss für das Internat zahlt. Dr. Jörg Löwe, Orthopäde und Unfallchirurg, weiß um die „grenzwertige Anforderung an den jungen Körper. Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen.“ Erst ein Trainer hatte die Familie vor Jahren auf Neeles Schwimmtalent aufmerksam gemacht. „Sie wird hart trainieren müssen, um bestimmte Zeiten zu erreichen“, sagt Ulrika Labudda: „Ich hoffe nur, dass sie den Spaß daran behält.“

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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