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Ein Millionenprojekt mitten in Kiel

Nettelbeckstraße Ein Millionenprojekt mitten in Kiel

Mehr als zwei Jahre wurde um das Zwölf-Millionen-Euro-Projekt in Kiel gerungen. Wenn weiter alles nach Plan läuft, könnte es jedoch im September mit dem Bau von 53 Miet- und Eigentumswohnungen im Innenhof der Nettelbeckstraße losgehen und die ersten Bewohner 2018 einziehen.

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Noch sind Details zu klären: Aber der aktuelle Entwurf gibt einen Eindruck, wie die drei Häuser im Innenhof der Nettelbeckstraße aussehen könnten.

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Kiel. Während die Investoren die Bürgerbeteiligung loben und von einem tragfähigen Kompromiss sprechen, sind die Anwohner, die sich in einer Bürgerinitiative zusammenfanden, nach wie vor unzufrieden.

Die Verwaltung der an Flächen armen Stadt, die hier nahe dem Blücherplatz bis 2030 einen prognostizierten Bevölkerungszuwachs von mehr als neun Prozent erwartet, stand dagegen von Anfang hinter dem Projekt. Die Bürgerinitiative „Blücherdialog – Rettet die Innenhöfe“ stört sich dagegen bis heute an der Höhe der geplanten Geschosse. Der Ortsbeirat gab jedoch, wie berichtet, einstimmig grünes Licht, unter anderem mit dem Argument, dass eine Stadt nicht nur Wohnungen auf der grünen Wiese brauche. „Es war ein zäher langer Weg, aber er hat sich gelohnt“, sagt Projektleiter Lars Rautenberg (Hamburger Imvest GmbH). Man habe einen sehr guten Dialog mit der Verwaltung, Politik und Ortsbeirat geführt, aber irgendwann müsse nach einem Abwägungsprozess entschieden werden. Beide Seiten hätten Federn lassen müssen. „Das Verfahren mit einer Bürgerbeteiligung ist beispielhaft und sollte man immer machen“, sagt Rautenberg. Das sieht Ilka Kollath, eine Sprecherin der Bürgerinitiative, ganz anders: Der jetzige Entwurf sei zwar besser als der erste, halte aber an zwei Stellen an Staffelgeschossen von 12,50 Metern fest. „Wir fühlen uns benutzt“, kritisiert Kollath die Politik.

Wer heute in den Innenhof geht, blickt auf ein freigeräumtes Baufeld, wo früher Garagen und Werkstätten gestanden haben, und auf Baumreihen, die vor dem Fällen gerettet werden konnten. „Es tut weh, das gewohnte Sichtfeld zu verlieren“, hat Rautenberg Verständnis für die Anwohner. „Was hier entsteht, wird aber deutlich wertiger als vorher und auch grüner.“

Grundlage für die Bauplanung waren die Ergebnisse einer Bürgerveranstaltung im September 2014, bei der mehrere Architektenbüros ihre Ideen vorgestellt hatten. Nach Angaben der Investoren entstehen je zur Hälfte Mietwohnungen (SOS Kinderdorf e.V.) und Eigentumswohnungen (Wernst Kieler Höfe). Eine Block-in-Block-Lösung schälte sich als favorisiertes Konzept heraus, das das Kieler Büro BSP für Projektpartner Florian Fräter und Grundstückseigentümer Wernst Kieler Höfe GmbH und SOS Kinderdorf e.V. umsetzte. So sollen drei Gebäude mit heller Mischfassade mit Verblendsteinen um einen Platz entstehen, weitgehend dreigeschossig mit einer Höhe von 9,50 Meter, aber mit den zwei Staffelgeschossen, die der Bürgerinitiative ein Dorn im Auge sind. Keine Balkone, dafür Loggien, die mehr Außenflächen schaffen sollen. Fußgänger sollen von der Nettelbeckstraße bis in die Hardenbergstraße durch das Areal gelangen, Autos von der Einfahrt in der Nettelbeckstraße Platz in einer Tiefgarage mit 73 Stellplätzen finden. Ebenso ist ein Kinderspielplatz vorgesehen.

Wie hoch die Mieten und die Preise ausfallen, ist noch offen. Klar ist aber, dass Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit bis 110 Quadratmeter angeboten werden. Im Juli wollen die Bauherren, die Ende April den Bauantrag eingereicht haben und jetzt auf eine baldige Baugenehmigung hoffen, in den Vertrieb. Mit der Fertigstellung rechnen sie Anfang 2018.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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