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Ratsfraktionen verlangen sozialen Wohnungsbau

Neubau auf KN-Gelände Ratsfraktionen verlangen sozialen Wohnungsbau

Mit dem geplanten Wohn- und Bürokomplex auf dem Gelände der ehemaligen KN-Druckerei könnte endlich eine Gewerbebrache im Herzen der Stadt verschwinden. Diese Meinung teilen alle Kommunalpolitiker. In ihrer Absichtserklärung wird ein Drittel sozialer Wohnungsbau gefordert.

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Zwischen Treppenstraße (links) und Hoher Straße soll auf dem Areal der Kieler Nachrichten ein Wohn- und Bürokomplex entstehen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Die Absichtserklärung (Letter of Intent), dass die Stadt als mögliche Hauptmieterin mit dem Medienhaus verhandelt, kam zwar mit den Stimmen von SPD, Grünen, SSW, Linken und FDP durch, jedoch mit einer entscheidenden Änderung und dem Auftrag an die Verwaltung nachzuverhandeln: Danach soll der Investor ein Drittel der geplanten Wohnungen mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung errichten.

Bürgermeister Todeskino äußerte Bedenken

Auf dem Areal zwischen Treppenstraße und Hoher Straße wollen die Kieler Nachrichten, wie berichtet, 30 bis 40 Millionen Euro für das Gebäude investieren, das dem Rathaus Erweiterungsmöglichkeiten bieten könnte. So ist angedacht, das aus allen Nähten platzende Stadtarchiv in der früheren Rotationshalle unterzubringen. Bei den Gremienberatungen in den vergangenen Wochen hatte die CDU, die im Rat die geänderte Vorlage ablehnte, andere Bedenken gegen die Vereinbarung angemeldet: Sie will keine städtische Beteiligung an den Kosten der Planung und des Architekturwettbewerbs, keine Festlegung auf die künftige Nutzung und ein Bauleitverfahren, das größere Transparenz verspreche. Dass SPD, Grüne und SSW den Änderungsantrag der Linken nach einem Drittel sozialem Wohnungsbau übernahmen, kam dagegen überraschend. Bürgermeister Peter Todeskino bezeichnete den sozialen Wohnungsbau als wichtiges Anliegen auch der Stadt, gab aber zu bedenken, dass dies schon bei anderen innerstädtischen Wohnprojekten wie Schlossquartier und Alte Feuerwache nicht gelungen sei: „Es ist schwierig, dies in zentraler Lage zu erreichen“, verwies er darauf, dass der Investor den Punkt offenbar als „nicht verhandelbar“ ansieht.

Man wolle, dass alle Schichten in der Innenstadt wohnten, nicht nur die Wohlhabenderen, hielten alle Redner des rot-grün-blauen Mehrheitsbündnisses an dem Passus fest, wobei sie versicherten, das Projekt grundsätzlich als Chance zur städtebaulichen Aufwertung zu begreifen. Da die KN nur wenige Wohnungen planten, sehe man kein Problem für die Nachverhandlungen, erklärten Arne Langniß (Grüne) und André Wilkens (SPD). „Wollen Sie das Projekt, lassen Sie das Schaulaufen und verzichten auf die Extraschleife“, hielt ihnen Stefan Kruber (CDU) entgegen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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