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Politik will mehr Wohnraum fördern

Neubaugebiete Politik will mehr Wohnraum fördern

In den geplanten Neubaugebieten im Kieler Süden soll ein deutlich höherer Anteil von öffentlich gefördertem Wohnraum geschaffen werden. Das hat der Bauausschuss am Donnerstag mit den Stimmen von SPD, Grünen, SSW und CDU beschlossen.

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Auf dem Grünland westlich der Straße Solldiekswall (vorn) sollen sich in Moorsee weitere Gewerbebetriebe ansiedeln. Auf den Ackerflächen dahinter (Bildmitte) sind die Meimersdorfer Wohngebiete „Ost 1“ und „Ost 2“ mit zusammen 1500 Einheiten geplant.

Quelle: Karin Jordt

Kiel. „Wir wollen mit unserem Antrag die sozial Schwächeren stärken“, sagte Claus Wittig, wohnungsbaupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Zusammen mit den Grünen und dem SSW hatte seine Fraktion den Antrag in den Bauausschuss eingebracht. In Zeiten steigender Miet- und Kaufpreise wollen die Fraktionen so auch Geringverdienern eine Teilhabe am Leben im Quartier garantieren. Mindestens 22,5 Prozent der gesamten Wohneinheiten sollen künftig öffentlich gefördert werden, darunter auch Reihenhäuser und Doppelhaushälften. So soll nach den Vorstellungen der Parteien eine Durchmischung aller Einkommensklassen unterstützt werden.

 „Damit hätten wir sozialen Wohnungsbau genau in den Gebieten, wo er eigentlich nicht so leicht durchsetzbar ist“, sagte Arne Stenger (Grüne). Auch Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino (Grüne) begrüßte den interfraktionellen Antrag: „Mir persönlich gefällt es gut, dass im Kieler Süden sozialer Wohnungsbau entstehen soll. In einem Gebiet also, wo man das eigentlich nicht erwartet.“

 Die bisherigen Planungen sahen vor, dass im Neubaugebiet im Kieler Süden ausschließlich in den Mehrfamilienhäusern öffentlich geförderte Wohnungen entstehen sollten. Vorgesehen war, rund 30 Prozent der Wohnungen an sozial Schwächere zu vermieten, das sind rund acht Prozent des insgesamt geplanten Wohnraumes. Nach dem nun im Bauausschuss verabschiedete Antrag soll die Hälfte der entstehenden Mietwohnungen öffentlich gefördert werden, das sind 17,5 Prozent des gesamten Wohnraumes. Zudem sollen aber auch Reihenhäuser und Doppelhaushälften an Geringverdiener vermietet werden, insgesamt fünf Prozent des gesamten Wohnraumes.

Gegen Altersarmut

 Außerdem setzten die Fraktionen der Kieler Kooperation mit ihrem Antrag durch, dass Mieter von sozial geförderten Wohnungen diese langfristig auch kaufen können. So könne Altersarmut bereits bei der Planung von Wohnprojekten entgegengesteuert werden, hieß es von den Fraktionen. „Wir haben sehr genau abgewogen, was wir tun wollen und was wir tun können. Wir brauchen sozialen Wohnungsbau. Aber man muss auch gucken, was überhaupt umsetzbar ist“, sagte Claus Wittig.

 Die Linke kritisierte den Vorschlag von SPD, Grünen und SSW als nicht weitgehend genug. In der Stadt müsse deutlich mehr geförderter Wohnraum entstehen. „Immer weniger Leute finden bezahlbare Wohnungen. Die Stadt muss aktiv in den Wohnungsbau einsteigen“, forderte Joachim Balzer.

 In Neumeimersdorf und Moorsee soll in den kommenden Jahren ein neues Wohn- und Gewerbegebiet entstehen. Auf dem bisherigen Erdbeerfeld am Busdorfer Weg, in der Planung als Bauabschnitt „Mitte“ bezeichnet, sollen rund 100 Wohneinheiten gebaut werden. Weiter südlich auf dem Ackerland zwischen Meimersdorfer Friedhof und den Moorseer Gewerbeflächen am Radewisch haben die Planer die Bauabschnitte „Ost 1“ und „Ost 2“ vorgesehen. Hier sollen insgesamt 1500 Wohneinheiten gebaut werden. Entstehen soll ein Quartier für alle Generationen, das dörfliche Strukturen, eine lebendige Nachbarschaft, attraktive Freizeitangebote und eine moderne Infrastruktur miteinander verbindet. „Stadt-Dorf“ lautet die städtebauliche Leitidee dieses Projektes im Kieler Süden. 40 Prozent der Wohneinheiten sollen vermietet werden.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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