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Die Metallgießerei hat sich fein gemacht

Neue Ausstellungsstücke Die Metallgießerei hat sich fein gemacht

Das Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei geht in seine zehnte Saison. Bevor die aber am Ostersonntag um 14 Uhr mit dem Programm „Aus einem Guss“ eingeläutet wird, haben ehrenamtliche Mitarbeiter des Fördervereins das 1884 errichtete und heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude vom Winterstaub befreit.

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Großreinemachen vor dem Saisonstart am Sonntag: Ehrenamtliche haben die große Halle der einstigen Gießerei auf Vordermann gebracht. Es wurde gefegt, Staub gesaugt, Fenster geputzt oder Ausstellungsstücke entstaubt.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Einige neue Ausstellungsstücke ergänzen den Bestand des Museums. Die Tage, in denen Metalllegierungen in Grafit-Tiegeln bei ungefähr 1200 Grad geschmolzen und gegossen wurden, sind längst vorbei. Die Metallgießerei der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) wurde 1980 stillgelegt. Den Museumsmitarbeitern, die das heutige Museumsgebäude (seit 2007) reinigen, dürfte daher nicht so heiß geworden sein wie einst den über 30 Formern und Schmelzern, die in der HDW-Gießerei gearbeitet haben. Doch auch die „Ehrenämtler“ kamen in den vergangenen Tagen gehörig ins Schwitzen. Es wurde gefegt, Staub gesaugt, Fenster geputzt oder Ausstellungsstücke entstaubt. „Am Sonntag öffnen wir zum zehnten Mal unsere Tore, dann soll wieder alles tipptopp sein“, sagt Sönke Petersen, der 1. Vorsitzende des Fördervereins. Das Museumsteam werde den Besuchern gleich zum Start das komplette Gießerei-Programm „Aus einem Guss“ bieten.

Eine deutliche Bereicherung

Dann werden erstmals Geräte zu sehen sein, die einst in der Metallgießerei in Gebrauch waren, nach deren Schließung aber in einem Lager des Kieler Stadtmuseums in Wankendorf eingemottet wurden. Da die Stadt dieses Lager aufgelöst hat, sind jetzt eine große Gießgabel und zwei Gießtiegel, in denen einst drei beziehungsweise fünf Tonnen Bronze geschmolzen wurde, an ihren angestammten Platz nach Neumühlen-Dietrichsdorf zurückgekehrt. „Diese Teile sind eine deutliche Bereicherung für unser Haus“, freut sich Sönke Petersen. Die frühere Arbeit in der Gießerei könne noch authentischer gezeigt werden.

Die schwere, metallene Gießgabel kann aber erst nach dem 31. Mai unter dem Museumsdach installiert werden. An dem Dienstag Ende Mai wird das Museum zur Seebühne. Unter dem Titel „Endlich, endlich, endlich – Seeschlacht!“ spielen Schauspieler des Werftparktheaters in einer szenischen Lesung den 100. Jahrestag der Skagerrakschlacht. Dazu wird auch die Ecke des Museums benötigt, in der die Gießgabel aufgehängt werden soll.

Doch auch das weitere Programm lädt zum Besuch ein. So wagen Norbert Aust und Horst Stenzel und der Musiker Gerd Sell am 1. Mai unter dem Motto „Wir Eingeborene!“ einen amüsanten Blick auf die (germanischen) Mitteleuropäer. Nach dem großen Interesse im Vorjahr, sind auch diesmal wieder sogenannte Themenguss-Sonntag (Angelblei, maritime Objekte, Anker, Hausnummern) dabei. Im Rahmen von Führungen (jeweils 14 und 16 Uhr) wird wieder die Zeit der einst in Neumühlen-Dietrichsdorf ansässigen Howaldtswerke wachgerufen. Docks, Kräne und Hallen sind längst verschwunden. Heute steht von dieser Riesenwerft mit seinen tausenden von Mitarbeitern nur noch die 1884 errichtete Metallgießerei als letztes Erinnerungszeichen.

Weitere Informationen

Das Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei ist die gesamte Saison (bis Ende Oktober) jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Darüber hinaus können wochentags Gruppenführungen und Events zu Kindergeburtstagen gebucht werden. Die seit der Eröffnung 2007 geltenden Eintrittspreise (2 Euro, ermäßigt 1 Euro) gelten weiter. Weitere Infos auf www.alte-giesserei-kiel.de.

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