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Erstaufnahme direkt an der Förde

Landespolitik Erstaufnahme direkt an der Förde

In der Landeshauptstadt soll eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge entstehen. Nach Plänen der Landesregierung könnten schon Ende des Jahres 700 bis 1000 Flüchtlinge in das Gebäude des ehemaligen Wehrbereichskommandos an der Kiellinie im Stadtteil Wik einziehen.

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Das ehemalige Gebäude des Wehrbereichskommandos in der Wik könnte bald als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das schleswig-holsteinische Innenministerium und die Stadt Kiel bestätigten die Aufnahme von Gesprächen über die Immobilie in direkter Nachbarschaft zum Liegeplatz der „Gorch Fock“.

Noch vor einem Monat stand der denkmalgeschützte Bau an der Förde offiziell noch nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Diskussion. Er war ursprünglich für die Finanzverwaltung des Landes freigehalten worden. Doch unter dem Druck ständig wachsender Flüchtlingszahlen hat die Landesregierung offenbar ihre Meinung geändert. Für Montag Abend waren nach Angaben des Kieler Sozialdezernenten Gerwin Stöcken Gespräche im Innenministerium geplant. Er habe bereits die Ortsbeiräte der Stadtteile Düsternbrook und Wik informiert. Eine Erstaufnahmeeinrichtung in bester Kieler Lage hält Stöcken nicht für problematisch. „Es ist eine Lage, in der Nachbarschaft entstehen kann, aber nicht gestört wird.“ Sollte die neue Erstaufnahme kommen, sei es Aufgabe des Landes, diese zu vermitteln.

Der Druck auf Stadt und Land, Flüchtlinge angemessen unterzubringen, wächst weiter. In der Erstaufnahmestelle am Nordmarksportfeld leben derzeit 740 Flüchtlinge. Bis zu 1000 Schutzsuchende will die Stadt auf dem Gelände des ehemaligen Marinefliegergeschwaders 5 am Schusterkrug in Holtenau unterbringen. Mitte Oktober lebten dort bereits mehr als 400. Anfang November wurden die ersten 30 Flüchtlinge im Gebäude A der Marinetechnikschule in der Wik begrüßt, jetzt werden dort bereits mehr als 110 Asylbewerber betreut. Wenn das Gebäude B auf dem Gelände hergerichtet ist, können auf dem Areal bis zu 700 Menschen unterkommen.

Ein Dorf mit 100 Containern für 180 Menschen ist in Schilksee in der Straße Tempest geplant. Das ehemalige Sperrwaffengebäude am Scheerhafen in der Wik hätte Kapazitäten für 1000 Personen. Etwa 1200 Menschen leben derzeit dezentral in Hotels und Wohnungen in Kiel.

Um die Bürger künftig umfassend über ihre Flüchtlingspolitik zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, lädt Kiel ab Montag, 16. November, regelmäßig zu „Stadtgesprächen“ ein. Im Zentrum der Gespräche stehen Fragen rund um die Erstaufnahmeeinrichtungen, aber auch um „Willkommenskultur“ und gute Nachbarschaft.

Von Carola Jeschke und Günter Schellhase

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