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Ein Schiff soll zur Bühne werden

Neue Spielstätte Ein Schiff soll zur Bühne werden

Einstimmig und durchweg begeistert unterstützt der Ortsbeirat Gaarden die Bestrebungen des Theaters Lore & Lay, sich auf dem Ostufer niederzulassen. Im Herbst 2017 soll der erste Vorhang auf einem Theaterschiff an der östlichen Seite der Hörn fallen.

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Das ist die „MS Jenny“, die als „MS Wissenschaft“ im Mai in Kiel lag – vor den Germania-Arkaden. Dort möchte das Lore & Lay Theater auch mit seinem Theaterschiff festmachen, das derzeit noch in der Werft in Duisburg liegt.

Quelle: J. Hamann

Gaarden. Kauf und Umbau des Schiffes schlagen mit etwa 750.000 Euro zu Buche.

Nachdem der Ortsbeirat vor wenigen Wochen bereits kurz über das Projekt informiert worden war, gab es in der jüngsten Sitzung detaillierte Erläuterungen. Martina Riese, die das Theater im Jahr 2003 gründete, berichtete über eine Entwicklung von zarten Anfängen mit vier Loriot-Abenden bis hin zum Volldampf-Betrieb mit drei und mehr Vorstellungen in der Woche. Mit der angestammten Spielstätte im Wasserturm am Ravensberg war 2012 aus baulichen Gründen Schluss, dankbar nahmen Riese und Co. das Angebot an, gleich daneben im Regionalen Berufsbildungszentrum zu spielen.

 Weil dort keine festen Aufbauten möglich sind, bedeutet das laut Martina Riese allerdings einen „enormen finanziellen und auch physischen Aufwand“. Hinzu kommen wirtschaftliche Nachteile, weil das ohne öffentliche Zuschüsse arbeitende Theater nur wenige Vorstellungen im Monat geben kann.

 Die Lösung dieser Probleme ist 76 Meter lang und zwölf Meter breit. Das künftige Theaterschiff hat bisher auf dem Rhein als Ausstellungsschiff gedient und wird zurzeit in einer Duisburger Werft umgebaut. Unter anderem wird es dann ein Holzdeck mit Tischen, Stühlen, Pflanzen und einem Außentresen geben. Gedacht ist das zwar erst einmal für die Pausen, Ortsbeirat Rolf Schrem (Linke) regte jedoch sogleich an, diesen Platz im Sommer auch für allgemeine Gastronomie zu nutzen.

Platz für 200 Zuschauer

 Thomas Hamann vom Lore & Lay Theater zeigte sich aufgeschlossen, an erster Stelle soll aber die Schauspielerei stehen. In das Schiff, das vom Ision-Gebäude aus gesehen an der rechten Kaikante liegen soll, ist Platz für 200 Zuschauer. Damit alle etwas zu sehen bekommen, steigt die Bodenhöhe nach hinten an. Auch unter Deck gibt es außerdem eine feste Pausen-Lounge mit Theaterbar.

 Zu stemmen ist all das für die Kieler Mimen dank eines strategischen Partners, der bereits hinter Theaterschiffen in Lübeck und Bremen steht und an Land weitere Theater in Bremen, Kassel, Bielefeld und Worpswede betreibt. Es handelt sich um Knut Schakinnis, in Sachen Theaterschiff schon vor zwei Jahren im Gespräch mit der Stadt Kiel und damals sehr lautlos seinem Ziel nahegekommen. Schon im Jahr 2014 besiegelte Schakinnis einen Kontrakt mit dem Lore & Lay Theater, und das sehr zur Freude von dessen Chefin Martina Riese: „Die Zusammenarbeit mit Herrn Schakinnis ermöglicht es mir, mein Theater so weiterzuführen, wie es seinerzeit im Wasserturm Ravensberg erfolgreich war. Ich kann mein Programm sogar noch weiter ausbauen.“

 Tatsächlich soll die maßgeschneiderte Spielstätte in Kiel zu einer weiteren Professionalisierung und neuen Arbeitsplätzen führen. Ausbildungsplätze für Veranstaltungskaufleute und Event-Techniker sollen ebenfalls geschaffen werden.

 Von der Stadt Kiel verlangt das Theater unterdessen nicht allzu viel. Zuallererst wäre das Unterstützung und vielleicht auch etwas finanzielles Entgegenkommen in Sachen Liegeplatz. Der Ortsbeirat teilt dieses Anliegen und steht überhaupt voll hinter dem Projekt. „Ganz toll“ sind die Pläne nach Meinung von Edina Dickhoff (Grüne), und Rolf Schrem verkündete: „Ich freu’ mich drauf.“ Vorsitzender Bruno Levtzow (CDU) wünschte den angehenden Gaardenern ebenfalls alles Gute und würdigte das Theaterschiff als wichtige Bereicherung für den Stadtteil. Von diesem Zuspruch wiederum zeigte sich Martina Riese sehr beeindruckt: „Ich bin total begeistert, dass hier alles so zügig geht.“

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