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Grüne wollen Pappbecher kippen

Neues Führungs-Duo Grüne wollen Pappbecher kippen

Erneut hat es an der Spitze der Kieler Grünen einen Wechsel gegeben. Nachdem Gisela Schulz erst im vergangenen Juni aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt als Kreisvorsitzende niedergelegt hatte, erklärte nun Claudia Ulrich wegen unvorhergesehener beruflicher Belastungen ihren Rücktritt. Zur Nachfolgerin wählte die Kreismitgliederversammlung die 29-jährige Karen Jakstadt.

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Harmonischer kann eine Amtsübergabe kaum sein. Karen Jakstadt (links) übernimmt den Kreisvorsitz der Kieler Grünen von Claudia Ulrich.

Quelle: Martin Geist

Kiel. „Ganz, ganz schweren Herzens habe ich entschieden, meinem Job den Vorrang zu geben“, betonte am Mittwochabend im Legienhof Claudia Ulrich, die mit vielen Dankesworten und großem Beifall verabschiedet wurde. Nach der Neuwahl teilen sich damit Karen Jakstadt und Hanno Michel, der erst im Juni frisch gewählt wurde, den Kreisvorsitz. Die studierte Politologin Jakstadt, in der Partei für Ernährung, Verbraucherschutz sowie Umwelt- und Agrarpolitik zuständig, bekräftigte dabei, zumindest bis zum Ende der Wahlperiode Mitte 2017 bei der Stange bleiben zu wollen. Veranlasst sah sie sich zu dieser Aussage, nachdem ein Parteifreund aufgrund der zuletzt zahlreichen Wechsel an der Spitze fragte, wie lange die neue Neue denn durchzuhalten gedenke.

 Zu wählen gab es bei den Grünen ansonsten nichts, dafür aber ordentlich was zu diskutieren. Gleich sieben Anträge standen auf der Tagesordnung, darunter auch einer zu Olympia 2024. Grundsätzlich sei man dabei, fasste Hanno Michel die mit breiter Mehrheit bestätigte grüne Haltung zusammen, man wolle „das Ganze aber auch kritisch begleiten“. Von den Spielen verspricht sich die Partei eine Belebung der Infrastruktur und einen entscheidenden Impuls für eine mögliche Stadtbahn. Vertretbar ist ein solches Engagement aber aus ihrer Sicht nur, wenn es finanziell tragfähig und für das olympische Dorf und andere Neubauten eine „sinnvolle Nachnutzung“ gewährleistet ist.

 Fast nur Zustimmung gab es zu einem Antrag zur Vermeidung von Müll im Einzelhandel. Als „Riesenerfolg“ bewertete Ratsfrau Martina Baum den von ihrer Partei angeschobenen Runden Tisch zur Reduzierung von Plastiktüten. Um das Ziel zu erreichen, sei jedoch mehr nötig als die von der Verwaltung angekündigte Kampagne zur Information der Verbraucher. Plastiktüten sollten nur noch auf ausdrückliche Nachfrage und auch dann nur gegen Gebühr herausgegeben werden, heißt es in dem Antrag. Außerdem haben die Grünen weitere unnötige Müllquellen ausgemacht. Kritisch wird besonders der Trend zu den „To-Go“-Bechern gesehen. Der Grünen-Kreisverband fordert eine stadtweite Abgabe auf Kaffee und andere Getränke aus der Pappe und lobt als Vorbild das Studentenwerk, das bereits zehn Cent draufschlägt, um einen Anreiz zum selbst mitgebrachten Thermosbecher zu schaffen.

 Beklagt wird nicht zuletzt die „inflationäre Ausgabe von Kassenzetteln“, die wegen ihrer toxischen Inhaltsstoffe überdies als Sondermüll zu betrachten seien. Um die Zettelflut einzudämmen, schlagen die Grünen vor, Bons nur auszudrucken, wenn sie steuerrechtlich von Belang sind oder wenn es ausdrücklich verlangt wird.

 Am Prinzip der Freiwilligkeit wird derweil in all diesen Fällen kaum ein Weg vorbeiführen. Martina Baum wies ihre Parteifreunde darauf hin, dass man sich zwar für Zwangsabgaben auf Getränkebecher und Tüten einsetzen könne, entschieden darüber werde aber in Berlin oder gar Brüssel.

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