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Kehrtwende im Streit um E-Scooter

Neues Gutachten Kehrtwende im Streit um E-Scooter

Die KVG ist bereit, das generelle Mitnahme-Verbot für E-Scooter aufzuheben. Die Kehrtwende kommt aber noch nicht sofort und sie wird nur für bestimmte E-Scooter und in bestimmten Bussen gelten. Damit reagiert die KVG auf das jüngste Gutachten, das die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben hatte.

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Sie hatten bisher das Nachsehen: Jan Schmidt und Sandra Schönemann wurden mit ihren E-Scootern im KVG-Bus nicht mehr mitgenommen.

Quelle: göd (Archiv)

Kiel. Ein erstes Gutachten hatten eine Mitnahme von E-Scootern generell als Sicherheitsrisiko für die Fahrgäste eingestuft. Daraufhin hatte die KVG Anfang des Jahres ohne Ankündigung die Kunden mit Elektromobilen an den Haltestellen stehen gelassen. Erst nach massivem Protest war ein Bus-Ruf-Ersatz eingerichtet worden, der von den Nutzern aber immer wieder als unzureichend kritisiert wird. Das aktuelle Gutachten sorgt nun offenbar für eine Kehrtwende: Denn es kam zu dem Ergebnis, dass eine sichere Mitnahme von bestimmten E-Scootern unter bestimmten Bedingungen durchaus möglich ist.

„Die KVG begrüßt dieses Gutachten, da damit Handlungssicherheit gegeben wird und ein für alle Beteiligten hilfreiches Verfahren vorgeschlagen wird“, teilte die KVG am Montag mit. Und: Es sei positiv, dass damit das Mitnahme-Verbot für jene Menschen mit Behinderung, die auf einen E-Scooter angewiesen sind, wieder aufgehoben werden könne – allerdings nur in bestimmten Grenzen. So dürfen die Elektromobile nicht länger als 1,20 Meter sein und maximal 300 Kilogramm wiegen.

In den Bussen muss es außerdem spezielle Rollstuhlplätze mit Prallplatte, Haltegriff und ausreichend Manövrierplatz geben. Diese Voraussetzungen erfüllen bei der KVG alle Busse ab Baujahr 2010. Durch spezielle Plaketten an der Front und der Tür sollen diese Busse künftig auf einen Blick zu erkennen sein. Mitgenommen werden sollen aber nur jene E-Scooterfahrer, die nach einer speziellen Einweisung einen „Scooter-Führerschein“ und einen Schwerbehindertenausweis mit dem Eintrag „G“ oder „aG“ vorweisen können.

Und was ist mit älteren Bussen? „Diese Fahrzeuge werden nicht umgerüstet“, betont KVG-Sprecherin Andrea Kobarg. In diesen Bussen sei ohnehin nicht genug Platz für E-Scooter vorhanden. Deshalb müssen dort weiterhin alle Elektromobile draußen bleiben. Auf Nachfrage, ab wann denn Scooterfahrer wieder mitfahren dürfen, konnte man noch keinen konkreten Termin nennen. „Wir möchten das jüngste Gutachter so schnell wie möglich umsetzen, aber erstens liegt es uns noch nicht komplett vor, zweitens warten wir auf auf die Empfehlungen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen“, erklärte Kobarg.

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Mit Verärgerung und Unverständnis reagierten am Donnerstag im Kieler Landgericht einzelne Betroffene auf die juristische Absegnung des Mitnahmestopps für E-Scooter in den Bussen der KVG.

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