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Katholiken schließen mehrere Kirchen

Neues Standortkonzept Katholiken schließen mehrere Kirchen

Die katholische Kirche in der Region Kiel steht vor harten Einschnitten: Bis zum Sommer soll der Kirchenvorstand der Großpfarrei Franz von Assisi ein neues Standortkonzept beschließen. Mehreren sogenannten Filialkirchen droht die Schließung. In den Gemeinden regt sich nun Widerstand.

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Solche Bilder könnte es bald wieder geben: 2009 wurde die Christ-König-Kirche in Neumühlen-Dietrichsdorf abgerissen, da die katholische Kirche die Sanierungskosten in Höhe von ungefähr 375.000 Euro nicht tragen konnte.

Quelle: vr: Volker Rebehn

Kiel. Die Ende 2014 gegründete Pfarrei Franz von Assisi muss sich nach den Worten von Propst Leo Sunderdiek „neu aufstellen“. Als Gründe führt er weniger Gottesdienstbesucher, absehbar sinkende Kirchensteuereinnahmen und damit verbundene sinkende Schlüsselzuweisungen des Erzbistums Hamburg sowie den demografischen Wandel an.

„Insbesondere die Orte, an denen Gemeindeleben stattfinden wird, sind dauerhaft neu zu bestimmen“, heißt es in einem von Sunderdiek unterzeichneten Schreiben, das die Gläubigen über die Ergebnisse eine „Klausurtagung der Gremien der Pfarrei Franz von Assisi“ Anfang Februar in Bad Malente informierte. „Es herrsche Einigkeit bei allen Teilnehmern darin, dass nicht alle zehn Kirchen und elf Gemeindehäuser erhalten werden können.“ Die Standorte St. Nikolaus, St. Heinrich, St. Birgitta und St. Joseph stehen nicht zur Diskussion, wohl aber die Filial-Standorte, für deren Unterhalt es vom Bistum keine Zuschüsse gibt.

In einem offenen Brief kritisiert nun der emeritierte Kunsthochschul-Professor Bernhard Schwichtenberg die Pläne und die „dürftigen Informationen“ der Kirchenleitung. Er glaubt, dass die Sparzwänge in Kiel auch mit dem Loch in einer Pensionskasse für die Lehrer an den 21 katholischen Schulen in Hamburg zusammenhängen.

Bistum: Kirche muss sich von der Hälfte aller Gebäude trennen

Sunderdiek betont, dass es diesen Zusammenhang so nicht gibt. „Dass Hamburg uns deswegen jetzt drängt, ist falsch.“ Richtig sei jedoch, dass die Zuweisungen durch das Erzbistum künftig geringer ausfallen dürften. Das Bistum habe daher die Linie vorgegeben, dass sich die Kirche langfristig von der Hälfte aller ihrer Gebäude werde trennen müssen. Wann erste Kirchen oder Gemeindehäuser geschlossen, verkauft oder abgerissen werden, ließ der Pfarrer offen.

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Ein Artikel von
Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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