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Neues Institut für Notfallmedizin

UKSH Neues Institut für Notfallmedizin

Erste Hilfe im Schulunterricht? Ab 2016 ist geplant, Bio- und Sport-Lehrkräfte in Schleswig-Holstein darin zu schulen, ihre Schüler in Wiederbelebungsmaßnahmen zu trainieren. Möglich macht dies das Kieler Institut für Rettungs- und Notfallmedizin, das am Freitag eröffnet wurde.

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Institut für Rettungs- und Notfallmedizin im Holzkoppelweg: Institutsdirektor Jan-Thorsten Gräsner vor Koffern mit der Ausstattung zur medizinischen Untersuchung von Flüchtlingen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die neue Anlaufstelle für alle Fragen rund um Notfallmedizin hat nicht nur die Aufgabe, die Versorgung in Schleswig-Holstein zu verbessern, sondern auch einheitliche Standards in Aus-, Weiter- und Fortbildung zu schaffen.

Ob Logistik, Dokumentation oder Materialbeschaffung – die notfallmedizinische Versorgung soll künftig aus einer Hand erfolgen. Prof. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums, setzt darauf, mit dem neuen Institut Rettungsdiensten, Verbänden und allen Einrichtungen im Gesundheitswesen ein neutraler Ansprechpartner sein zu können. Das Institut des Universitätsklinikums liegt zwar mitten im Gewerbegebiet im Holzkoppelweg, aber nahe der Feuerwehr. Für den Direktor des neuen Instituts, Privatdozent Dr. Jan-Thorsten Gräsner (43), seit mehr als elf Jahren in der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin für die Notfallmedizin verantwortlich, ist das eine vertraute Nachbarschaft zu den Partnern im Rettungsdienst: „Notfallmedizin ist Teamarbeit – sowohl in der Klinik, im Rettungsdienst und insbesondere an den Schnittstellen. Hochqualifiziertes Personal ist der Schlüssel zum Erfolg. Hierfür steht das neue Institut bereit.“ Neben der klinischen Tätigkeit ist Gräsner als Notarzt mit den Einsatzfahrzeugen in Kiel, Rendsburg-Eckernförde und im Rettungshubschrauber „Christoph 42“ sowie als Leitender Notarzt unterwegs. In den vergangenen Jahren hat er den Ausbau des Deutschen Reanimationsregisters und die Etablierung des Europäischen Reanimationsregisters vorangetrieben.

Aus dieser Erfahrung heraus bedauert er, dass Deutschland immer noch zu den Schlusslichtern bei lebensrettenden Maßnahmen durch Laien gehört. Während in Skandinavien in etwa 80 Prozent der Rettungseinsätze ein Laie vor Ort bereits vor Eintreffen der Profis mit Herzmassagen oder anderen Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen hat, sind es in Deutschland lediglich 31 Prozent. Um das zu ändern, berichtet er, seien auch in Schleswig-Holstein jedes Jahr zwei Schulstunden dafür geplant. Eine größere Rolle, ist er überzeugt, wird auch die Anleitung der Leitstelle per Handy an Helfer spielen.

Klinikintern hat das Institut für die nächsten Jahre bereits eine Mammutaufgabe übernommen: Alle 6000 Pflegekräfte, Sanitäter, Ärzte und Ärztinnen soll es nach und nach auf den neuesten Stand bei Wiederbelebungsmaßnahmen bringen. „Wir in Kiel sind die führende Stelle für Versorgungsforschung in der Reanimation“, sagt Gräsner. Bereits seit einigen Wochen stellt das Institut seine Einsatzfähigkeit unter Beweis. Für 4000 Flüchtlinge in Rendsburg und Albersdorf erarbeiteten die etwa 20 Mitarbeiter Untersuchungsabläufe, erstellten eine Materiallogistik und koordinierten die Arbeit von freiwilligen Helfern, Ärzten und Pflegekräften. Derzeit konzentriert sich diese Arbeit auf die Erstaufnahmestelle in Neumünster.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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