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Streit um die Kieler Krim

Neues Wohnprojekt Streit um die Kieler Krim

Was wird aus der sogenannten Kieler Krim? Im Juli stellte die Big-Bau-Gruppe ihre Pläne für 285 neue Wohneinheiten zwischen Sophienblatt und Bahnlinien unter dem neuen Namen „Marthas Insel“ vor und fand eine politische Mehrheit dafür. Jetzt gibt es Proteste von Linken und Anwohnern.

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Auf der Krim (Rasenfläche links bis zum ehemaligen Autohaus neben der Gablenzbrücke) sollen ab 2020 etwa 285 neue Wohnungen nach den Entwürfen des Kieler Architekturbüros Schnittger + Partner entstehen. Es handelt sich um die größte innerstädtische Baulandreserve.

Quelle: Frank Peter

Kiel.  Im Bauausschuss nahm das Wohnprojekt, in das 35 bis 40 Millionen Euro investiert werden sollen, eine weitere Hürde: Dem städtebaulichen Vertrag stimmte eine politische Mehrheit zu. Geplant sind entlang der Marthastraße, die dem Projekt den neuen Namen gibt, fünf Gebäude: In drei Häusern entstehen demnach knapp 50 Eigentumswohnungen, in zwei Gebäuden 90 Mikroappartements (20 Quadratmeter) für Studierende, Pendler und Auszubildende. Ein Haus zwischen Marthastraße und Sophienblatt soll 110 Wohneinheiten bieten. In einem weiteren Gebäude war vorgesehen, 30 bis 40 Sozialwohnungen im Auftrag der Stadt zu bauen. Doch es tauchen Probleme mit Grundstücksfragen auf, wie Wohnungsdezernent Gerwin Stöcken (SPD) einräumte. Von allen Rathausfraktionen bekam er jetzt im Bauausschuss den Auftrag, auch mit der Big-Gruppe über den Bau von Sozialwohnungen zu verhandeln. Eine rechtliche Handhabe gibt es jedoch nicht: Denn für die Fläche, die im Volksmund Krim genannt wurde, weil dort während des Zweiten Weltkriegs russische Zwangsarbeiter interniert waren, existiert bereits seit 1999 ein Bebauungsplan, der keinen sozialen Wohnungsbau vorsieht.

Anwohner kündigen Widerstand an

Besorgte Anwohner kündigten Widerstand an. Sie fürchten, dass das Projekt mit hochpreisigen Wohnungen zu einem Anstieg ihrer bisher günstigen Mieten führen könnte. Ein Sprecher der Anwohner kritisierte  zudem die geplante Zufahrt für das Projekt als völlig überdimensioniert. Weder Verwaltung noch Projektentwickler hätten das Gespräch mit ihnen gesucht.

Während SPD, CDU, Grüne, SSW und FDP grundsätzlich das neue Projekt  als Entlastung für den engen Wohnungsmarkt begrüßen, erhalten die Anwohner Rückendeckung für ihren Protest von den Linken: Die Verwaltung solle endlich Druck auf Investoren machen und diese zu einem Anteil geförderten Wohnraums verpflichten.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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