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Neues, virtuelles Studio

Schleswig-Holstein Magazin Neues, virtuelles Studio

Großformatige Bilder, neue Anfangsmusik und Doppelmoderation: Sein Schleswig-Holstein Magazin präsentiert das NDR-Fensehen vom nächsten Montag an in einem neuen Gewand.

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Die Moderatoren Harriet Heise und Christopher Scheffelmeier im neuen Fernsehstudio.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Kiel. Vier Kameras, ein länglicher Tisch auf Holzfußboden und knallgrüne Wände: Auf den ersten Blick sieht das neue Studio des Schleswig-Holstein Magazins ganz schön spartanisch aus. Und grell gestrichen. Doch was jetzt grün leuchtet, ist eine abgerundete Medienwand, auf der im virtuellen Studio bald großformatige Fotos hinter den Moderatoren prangen. Der grüne Raum wird dann zur Projektionsfläche für computergenerierte Bilder. Auf den Bildschirmen im Studio sieht man schon, wie das funktioniert. Erst wird ein in blau gehaltener Studiohintergrund eingeblendet, dann eine große Aufnahme der Fehmarnsundbrücke.

„Wir sind ein bisschen aufgeregt“, gibt Volker Thormählen, Direktor des NDR-Landesfunkhauses, am Dienstag im neuen Studio zu. „Wir zeigen heute zum ersten Mal, woran die Kollegen seit Monaten hart gearbeitet haben.“ 15 Monate wurde an einem neuen Konzept getüftelt, gemessen und geprobt. Denn neu ist ab dem 23. Mai nicht nur die Studio-Umgebung, wer dann um 19.30 Uhr das Nachrichtenmagazin einschaltet, hört auch eine andere Titelmelodie und sieht eine Doppelmoderation.

„Wir wollten keine Trennung mehr zwischen Nachrichtensprecher und Moderator, sondern ein gleichberechtigtes Moderatorenteam“, sagt Fernsehchef Norbert Lorentzen. Die Sendung soll dadurch dynamischer und weniger steif wirken. Die drei Moderatorenpaare können das Studio als Spielfläche nutzen, sich bewegen. „Die alte Deko war dafür nicht optimal“, so Lorentzen. Durch das Schleswig-Holstein Magazin führen nun in Zweierteams die gewohnten Gesichter Harriet Heise und Christopher Scheffelmeier, Marie-Luise Bram und Gerrit Derkowski sowie Gabriele Lueße mit Jan Malte Andresen, der bislang im Radio bei Welle Nord moderierte.

Nachrichtenblock fällt weg

Mit dem neuen Konzept fällt der klassische Nachrichtenblock in der Sendung weg. „Der Nachrichtenanteil bleibt aber erhalten“, betonte Lorentzen, die News würden nur anders aufbereitet. „Die Themen werden komplexer. Das neue Studio trägt diesem Umstand Rechnung“, erklärt Martin Bechert, redaktioneller Projektkoordinator. „In Zukunft können wir Themen noch besser strukturieren und die jeweils dazu passenden Bildhintergründe präsentieren.“ Er gibt ein Beispiel: „An einem Tag haben wir zum Beispiel einen Beitrag über eine Lehrerin, die von ihrem Alltag mit der Inklusion berichtet. Außerdem gibt es einen O-Ton von einem Politiker dazu und eine Demonstration zum Thema. Das können wir nun in mehrere Geschichten aufteilen und müssen nicht mehr alles in einen Beitrag pressen.“ Das optische Bindeglied dafür ist das Themenbild im Hintergrund, die Moderatoren führen gemeinsam oder im Wechsel von einem Aspekt zum nächsten.

„Wir mussten uns erst mal an die grüne Umgebung gewöhnen“, sagt Moderatorin Harriet Heise lächelnd. „Es ist eine Herausforderung, sich zu bewegen, gleichzeitig in die Kamera zu schauen und am richtigen Punkt stehen zu bleiben.“, sagt Kollege Christopher Scheffelmeier. Nur mit kleinen Klebepunkten ist auf dem Boden markiert, an welcher Stelle er stoppen muss. Auch die enge Zusammenarbeit ist für das Duo neu. „Wir sind jetzt in ein Büro gezogen und schreiben unsere Moderationen gemeinsam. Wir haben dabei viel Spaß“, so Heise. Und noch etwas ist anders. „Früher hatte ich manchmal eine Jeans an und einen Blazer, weil man nur meinen Oberkörper im Fernsehen sah. Jetzt sehen die Kollegen, dass ich auch Kleider habe.“

Anders ist auch der gewohnte Start in die Sendung: Die neue, kürzere Melodie sei nötig gewesen, weil es nun keinen Vorspann mehr gibt, sondern das Magazin direkt im Studio startet. Außerdem sei die alte Musik eine eine soundtechnische Produktion aus den 70er-Jahren gewesen, die nicht mehr zeitgemäß gewesen sei, sagt Thormählen. Die neue Tonfolge stammt aus der Feder der schleswig-holsteinischen Komponisten Lars Jacobsen und Achim Oppermann.

Das ZDF hat für „heute“ seit 2009 ein virtuelles Studio, beim Südwestdeutschen Rundfunk und der Hessischen Rundfunk werden die regionalen Nachrichten auch so produziert. Im NDR ist es das erste virtuelle Studio. 1,15 Millionen Euro hat der öffentlich-rechtliche Sender sich das kosten lassen. Das seien aber keine Zusatzkosten, sondern Teil des zehn Millionen schweren Budgets für die regelmäßige Erneuerung der Fernsehtechnik, so Thormählen.

Sechs Wochen hat das Team des Magazins für den großen Tag geprobt. Die ersten vier Wochen wurden im Probebetrieb die Sendungen von Vortag noch einmal im neuen Studio durchgespielt, diese und vergangene Woche lief dann der Stresstest: Im Parallelbetrieb wurden zwei Sendungen gleichzeitig gefahren. „Jetzt muss es auch endlich losgehen“, sagt Harriet Heise. „Wir wollen das endlich in der Realität ausprobieren.“

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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