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Flüchtlinge ziehen auf den Gildeplatz

Neumühlen-Dietrichsdorf Flüchtlinge ziehen auf den Gildeplatz

Nun ist es doch soweit: Die neue Flüchtlingsunterkunft am Poggendörper Weg in Neumühlen-Dietrichsdorf kann bezogen werden. Am Dienstag ziehen die ersten 26 Flüchtlinge ein.

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In die Unterkunft – gelegen zwischen Alfons-Huysmans-Ring, Kleingartenanlage sowie Alten- und Pflegeheim – kehrt jetzt Leben ein. Nachdem ein Bezug seit den Sommerferien mehrmals verschoben worden ist, sollen die ersten Bewohner nun am Dienstag einziehen.

Quelle: Volker Rebehn

Neumühlen-Dietrichsdorf. Die Belegung des Containerdorfes auf dem ehemaligen Gildeplatz, mit dessen Bau im April begonnen wurde, hatte sich immer wieder verzögert. Die Unterkunft sollte eigentlich schon nach den Sommerferien bezugsfertig sein. Insgesamt können in den Wohncontainern bis zu 112 Menschen leben.

18 Familien können dort leben

„Jetzt ist alles fertig“, sagt Martin Reinhart, Leiter des Amtes für Wohnen und Grundsicherung. Nachdem zuletzt auch die Probleme an den Heizungen in den Wohncontainern beseitigt worden seien, stehe dem Umzug nichts mehr im Wege. Die ersten Bewohner am Poggendörper Weg sind die Flüchtlinge, die bis zu den Sommerferien in Klassenzimmern der ehemaligen Adolf-Reichwein-Schule untergebracht waren und dann vorübergehend in das Containerdorf auf dem Parkplatz Tempest in Schilksee umsiedeln mussten. Die Stadt benötigte das Schulgebäude für die Unterbringung von gut 300 Schülern des Regionalen Berufsbildungszentrums Soziales, Ernährung und Bau (wir berichteten).

In den insgesamt 56 Wohncontainern am Poggendörper Weg können 18 Familien mit jeweils bis zu vier Personen und 40 Einzelpersonen (zwei pro Container) leben. Darüber hinaus wurden Sanitär- und Küchencontainer sowie Container für die Betreuungskräfte aufgestellt. „26 Flüchtlinge hören sich zunächst wenig an, doch es werden im Laufe der Zeit mehr kommen, auch über den Familiennachzug von anerkannten Asylbewerbern“, sagt Martin Reinhart. Zwar seien im Juli und August nur jeweils 34, im September 54 und im Oktober 59 neue Flüchtlinge vor allem aus Syrien, Irak und Afghanistan in die Landeshauptstadt gekommen. Das entspreche in etwa den monatlichen Zahlen vor dem starken Flüchtlingszulauf 2015 und 2016.

Noch sieht es trist aus

Momentan sei zudem unklar, wie sich die Flüchtlingssituation in der Türkei sowie in Italien und Griechenland entwickle. Ferner müsse die Stadt vorübergehend Menschen in Flüchtlingsunterkünften unterbringen, die nach einem anerkannten Asylverfahren keine Wohnungen im Stadtgebiet gefunden haben. Aktuell bringt die Stadt rund 4160 Flüchtlinge in gemieteten Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften unter. Für Unterbringung und Betreuung habe sie laut Stadtrat Gerwin Stöcken bisher ungefähr acht Millionen Euro aufgebracht. Dazu seien weitere drei Millionen Euro für den Kauf der Container und den Aufbau der Containerdörfer auf dem Tempest-Parkplatz und in Neumühlen-Dietrichsdorf gekommen.

Noch sieht es etwas trist aus rund um die Neumühlen-Dietrichsdorfer Wohncontainer auf dem Areal zwischen Alfons-Huysmans-Ring, Kleingartenanlage sowie Alten- und Pflegeheim. Das soll sich bald ändern. Nach Vorstellung der Stadt sollen die Außenanlagen zusammen mit den neuen Bewohnern begrünt werden. Wie Martin Reinhart erklärt, hat das städtische Bauordnungsamt für das Containerdorf eine Betriebserlaubnis für drei Jahre erteilt. Die müsste neu beantragt werden, sollte das Dorf für längere Zeit benötigt werden.

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