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22 Monate Bewährung für Schüsse ins Bein

Neumünster/Kiel 22 Monate Bewährung für Schüsse ins Bein

Wegen gefährlicher Körperverletzung mit Verstoß gegen das Waffengesetz wurde ein 39-jähriger Kieler vom Schöffengericht in Neumünster zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Wegen gefährlicher Körperverletzung mit Verstoß gegen das Waffengesetz wurde ein 39-jähriger Kieler vom Schöffengericht in Neumünster zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Quelle: Arne Dedert (Archiv)

Neumünster/Kiel. Der Mann hatte im November vergangenen Jahres auf den 29-jährigen Besitzer eines Kiosks in der Kaiserstraße geschossen. Der Angeklagte hatte bereits am Vortag der Tat Streit mit dem Kioskbesitzer, in dessen Verlauf das spätere Opfer sagte: „Ich ficke deine Frau.“ Dies empfand der deutsche Staatsbürger mit türkischen Wurzeln als eine „massive Beleidigung der Ehre“. Er zog sich nach eigenen Angaben an dem Tag zurück, kam aber am nächsten Tag zurück, um eine Entschuldigung einzufordern.

Da sich der Kioskbesitzer nicht entschuldigte, kam der Angeklagte fünf Stunden später mit einem Revolver wieder und feuerte zwei Schüsse auf das Opfer ab. Dieser wurde am Knöchel und Unterschenkel getroffen und musste anschließend im Krankenhaus operiert werden. Die Waffe habe der Angeklagte vor einigen Jahren gefunden und im Werftpark vergraben. Aus dem dortigen Versteck holte er die Waffe, um auf den Kioskbesitzer zu schießen. „Weil er so jung war, wollte ich ihm keinen schlimmeren Schaden zufügen, aber ihm eine Lektion erteilen.“ Zum Tatzeitpunkt stand er unter Kokain-Einfluss und ihm wurden 1,45 Promille Alkohol im Blut nachgewiesen. Zudem leide der Angeklagte unter Depressionen.

Die Richterin machte in der Urteilsbegründung deutlich, dass der Anlass auch vor Hintergrund seines Kulturkreises nichtig gewesen sei, weil es sich um eine Verbalattacke gehandelt habe. Durch den Drogen- und Alkoholkonsum sei zwar eine bedingte Schuldunfähigkeit gegeben, aber das Vorgehen sei geplant gewesen. Zudem sei er bereits mehrfach vorbestraft – unter anderem wegen Drogenbesitzes und gefährlicher Körperverletzung.

Die Richterin kam in dem Urteil vollständig der Forderung der Staatsanwältin nach. Der Verteidiger forderte ein Jahr auf Bewährung. Der Angeklagte erhielt zudem die Weisung, sich wegen der Depressionen in ambulante Therapie zu begeben. Der Angeklagte bereute die Tat. Das Opfer erschien nicht zur Verhandlung.

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