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Messerstecher verurteilt

Neun Jahre Haft Messerstecher verurteilt

Wegen psychischer Probleme war ein drogenabhängiger Kieler laut Urteil nur eingeschränkt steuerungsfähig, als er im Oktober 2016 nach einer Aussprache mit seiner trennungswilligen Freundin auf einen 44-Jährigen einstach. Jetzt wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt.

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Der drogenabhängige 24-jährige Kieler hatte nach der Messerattacke eine Großfahndung in Suchsdorf ausgelöst.

Quelle: Angelika Warmuth

Kiel. Gleichzeitig ordnete die Kammer die Unterbringung des Angeklagten in der geschlossenen Psychiatrie an. Der 24-Jährige war in jener Nacht auf den Mieter der Tatwohnung in der Schauenburgerstraße losgegangen, wo er sich gegen Mitternacht mit seiner Ex-Freundin zu einem kurzfristig verabredeten „Abschlussgespräch“ getroffen hatte. Die 22-Jährige hatte ihren Bekannten gebeten, während des Gesprächs in der Wohnung zu bleiben.

Der Gastgeber stellte sein Schlafzimmer zur Verfügung, er selbst hörte nebenan im Wohnzimmer Musik. Nach einer dreiviertel Stunde nahm er gedämpfte Hilferufe wahr, „als ob ihr der Mund zugehalten wird“. Der als Nebenkläger am Prozess beteiligte Jurist stürzte ins Schlafzimmer und versuchte, die junge Frau vor der Messerattacke des Angreifers zu schützen.

„Ich habe ihn von ihr weggerissen und hatte das Messer in der Brust“, so die Aussage des damals lebensgefährlich verletzten Zeugen. Der Angeklagte hatte nach der Tat mit seiner Flucht im Pkw eine Großfahndung ausgelöst. Als er gegen 19 Uhr bei seinen Eltern in Suchsdorf hilfesuchend an ein Fenster klopfte, nahm ihn die Polizei fest.

Laut Urteil stach der Angeklagte 24-mal auf den Nebenkläger ein. Neun Stiche drangen in den Brust- und Bauchbereich. Aus der Intensität des Angriffs leitete die Kammer den Tötungsvorsatz ab, den die Verteidigung anzweifelte.

Den Angriff des Messerstechers auf die junge Frau wertete die Schwurgerichtskammer als gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Nötigung. Der Staatsanwalt hatte insgesamt neun Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe, der Rechtsanwalt der Nebenklage mit 15 Jahren die Höchststrafe gefordert.

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