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Kielerin übernimmt „Schweinsgeige“

Neuwittenbek/Kiel Kielerin übernimmt „Schweinsgeige“

In den Gasthof Levensau, auch liebevoll „Schweinsgeige“ genant, kehrt wieder Leben ein. Die Kielerin Heidrun Blase erwarb das traditionsreiche Gastronomieobjekt von Hans-Dieter und Edith Petersen, die sich zur Ruhe gesetzt haben.

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Willkommen in der Gemeinde Neuwittenbek! Bürgermeister Wilhelm Radbruch wünscht der neuen Besitzerin des Gasthofs Levensau, Heidrun Blase, viel Erfolg.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Neuwittenbek/Kiel. Jetzt werkeln dem rund 125 Jahre alten Gebäude erst einmal Maler, Elektriker und andere Handwerker. „Wenn alles gut klappt, können wie im September oder Oktober die Wiedereröffnung feiern“, hofft die neue Besitzerin.

 Bis zum 30. Juni führte Heidrun Blase (54) 18 Jahre lang in der Holteneauer Straße in Kiel die „Wiker Post“, die seit 1957 im Familienbesitz war. Warum hat sie sich von der im Stadtteil Wik äußerst beliebten und gut laufenden Gaststätte getrennt? „Weil ich mich verkleinern wollte“, sagt Heidrun Blase. Das Angebot, den Gasthof Levensau übernehmen zu können, sei ihr deshalb „gerade recht gekommen“. „Das ist hier ein schönes Fleckchen Erde“, schwärmt die Gastronomin, die bereits seit vielen Jahren gleich nebenan eine Koppel gepachtet hat, auf der ihre Ponys grasen.

 „Ich möchte den Gasthof Levensau wieder aus dem Dornröschenschlaf wecken“, erzählt Heidrun Blase mit leuchtenden Augen. Das Objekt habe viel Potenzial, „das wird ein richtiger Eyecatcher“, verspricht sie. Ihre Gäste will sie jedoch nicht nur mit einer ansprechenden Optik, sondern vor allem mit herzlicher Gastlichkeit und gutbürgerlicher, regionaler Küche überzeugen. Am Herd wird ihr Mann Peter (54) stehen, ein gelernter Koch, der in der „Wiker Post“ für seine Rouladen, sein Sauerfleisch und andere Hausmannskost bekannt und geschätzt war.

 Die Blases wollen ihren neuen Gasthof zunächst nur mittags öffnen – täglich, auch am Wochenende, von 11.30 bis 14.30 Uhr. Abend steht das Haus dann für Gesellschaften und Feiern zur Verfügung. „Gern nehmen wir schon Anmeldungen für Weihnachtsfeiern entgegen“, sagt Heidrun Blase (Anfragen und Reservierungen unter Tel. 0431/331859). Auch Konzerte und Theateraufführungen sind denkbar. Die neue Besitzerin will für solche Anlässe im Saal eine Bühne einbauen. „Eventuell werden wir in der Saison auch nachmittags Kaffee und Kuchen anbieten“, überlegt die neue Besitzerin.

 Nachdem vor 15 Jahren im Ortskern in der „Linde“ die Lichter ausgingen und mittlerweile auch der Gasthof Landwehr leer steht, ist der Gasthof Levensau jetzt das einzige noch verbliebene Restaurant in Neuwittenbek. Bürgermeister Wilhelm Radbruch ist „sehr erfreut, dass hier wieder Leben einkehrt“.

 Mit der Schließung der Gaststätte mussten sich, wie berichtet, auch zehn Kegelclubs, drei Skatvereine, die Kieler Bürger-Schützengilde von 1858 und der Rassetaubenzuchtverein Kiel und Umgebung von 1905 von ihrem Treffpunkt verabschieden. „Wir waren dort seit 1960, das war für uns eine totale Überraschung. Damit geht für uns Schützen ein Stück Zuhause verloren“, bedauert der Vorsitzende Harald Wichel. Die 70 Mitglieder haben eine neue Bleibe gefunden: Sie schießen fortan im Schützenverein Hubertus in Wellsee. Die Taubenzüchter werden sich in der „Schweinsgeige“ treffen, ebenso wie einige Skatspieler und die Laienspieler „Die Pampelmusen“. „Wir pausieren ein Jahr und überlegen, ob auch wir in die Schweisgeige übersiedeln“, so Uwe Luecke von der Theatergruppe.

 Verkauft hatte Heidrun Blase ihr Elternhaus „Wiker Post“ an den Projektentwickler Norman Obermann, der derzeit Gespräche mit der Stadt führt und Ideen entwickelt, wie die Zukunft des Hauses aussehen kann. „Die Gaststätte liegt ja an einer für den Stadtteil prägnanten Ecke, da möchten wir schauen, was der Gesamtsituation gut tut“, verspricht er. Noch sei alles unklar, eine Option sei aber auch der Abriss, hieß es.

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Burkhard Kitzelmann
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