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Über vier Jahre Gefängnis für 52-jährigen

Nichte missbraucht Über vier Jahre Gefängnis für 52-jährigen

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Nichte ist ein Angeklagter zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Jugendkammer des Kieler Landgerichts zeigte sich überzeugt, dass der Angeklagte sich zwischen 2009 und 2011 drei Mal an der Tochter seiner Schwester verging.

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Der Angeklagte war auch durch die Aussage eines früheren besten Freundes belastet worden.

Quelle: Sven Janssen (Archiv)

Kiel. Das durch die Taten schwer traumatisierte Mädchen war damals acht bis elf Jahre alt.

Dennoch blieb der Mann am Montag zunächst auf freiem Fuß. Anders als von der Staatsanwältin beantragt, beließ die Jugendkammer den Haftbefehl gegen den einschlägig vorbestraften 52-Jährigen außer Vollzug. Damit ist offen, wann der Mann die Haftstrafe antreten muss. Das Gericht sah weder Flucht- noch Wiederholungsgefahr. Der Mann habe sich „von Anfang bis Ende dem Verfahren gestellt“.

Die Aussagen des Kindes bewertete die Kammer in der mündlichen Urteilsbegründung als absolut glaubwürdig. „Ihre Schilderungen sind erlebnisbegründet. Es passt alles zusammen“, sagte der Richter. Demnach ereignete sich eine der Taten im Keller, als der Angeklagte vorgab, er wolle das Rad des Mädchens reparieren. Seinen Sohn, der dabei helfen wollte, schickte er weg.

Die beiden weiteren Übergriffe beging er laut Urteil in seinem Transporter, als er mit dem Kind statt nach Hause zunächst in einen abgelegenen Weg fuhr. Jedes Mal gab er dem Kind einen Euro dafür, sagte der Richter und forderte es auf, zu schweigen. Das, was geschehen sei, solle ihr Geheimnis bleiben.

Früherer Freund belastete Angeklagten

Der Angeklagte war auch durch die Aussage eines früheren besten Freundes belastet worden. Er hatte ausgesagt, dass der Angeklagte ihm eine der schweren Missbrauchstaten geschildert habe - noch bevor das Kind sich einer Tante und der Mutter offenbarte.

Mit dem Urteil blieben die Richter nur wenige Monate unter dem Strafantrag der Staatsanwältin, die vier Jahre und acht Monate Haft gefordert hatte. Die Anklägerin war in einem Fall von einer Vergewaltigung ausgegangen. Dem folgte das Gericht nicht.

Der Verteidiger will Revision prüfen. Er hatte auf Freispruch plädiert. Der untersetzte, stämmig gebaute Angeklagte, der bereits wegen Missbrauchs seiner eigenen Töchter über zwei Jahre Haft verbüßte, bestritt die Taten. Auch während der Urteilsverkündung schüttelte er immer wieder mit dem Kopf. Sein Gesicht verbarg er dabei hinter einer Hand.

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