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Besucher schauten in die Erstaufnahme

Niemannsweg Besucher schauten in die Erstaufnahme

Der Andrang war gewaltig: Mehrere hundert Besucher folgten der Einladung des Innenministeriums und schauten sich die neue Landesunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Wehrbereichskommando am Kieler Niemannsweg an.

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Der Andrang am Niemannsweg war gewaltig.

Quelle: Günter Schellhase

Kiel. Die Kleiderkammer ist gut bestückt, die Klassenzimmer sind mit Stiften, Papier und Mal-Utensilien bestens ausgestattet. Die neue Landesunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Wehrbereichskommando am Niemannsweg in Düsternbrook lässt keine Wünsche offen. Auf Einladung des Innenministeriums kamen am Sonnabend mehr als 300 Besucher, um sich das sonst vor der Öffentlichkeit hermetisch abgeschottete Gebäude anzuschauen.

Ratsherren, Ortsbeiratsmitglieder, ehemalige Bundeswehrangehörige, freiwillige Helfer und viele neugierige Kieler scharrten vor dem Eingang mit den Füßen. Als der Wachdienst gegen 15 Uhr die Tür öffnete, gab es kein Halten mehr. „Wir wollen uns das Gebäude einmal anschauen und uns erkundigen, ob noch Helfer benötigt werden“, sagten Peter Wiegner und Dieter von Studnitz. Auch bei Ramona Raquet stand der Hilfsgedanke im Vordergrund: „Ich habe mich bei der Diakonie und dem DRK beworben, weil ich die Arbeit mit den Flüchtlingen unterstützen will“, sagte die gelernte Erzieherin, die vor Ort Kontakte knüpfen wollte. Sie und die anderen Besucher waren ziemlich erstaunt, was das Land aus dem Komplex gemacht hatte.

Innenminister Stefan Studt und Kiels Bildungsdezernentin Renate Treutel ließen sich von Stefan Harmsen von den Johannitern, der die Unterkunft leitet, durch das Gebäude führen. „Es ist ein toller Tag für uns. Wir konnten ohne Zeitdruck alles fertig stellen“, sagte Studt, als er sich ein Zimmer mit zwei Hochbetten, Tisch und vier Spinden anschaute. Während die Schlafräume nur mit dem Nötigsten eingerichtet sind, bieten die Spiel- und Bastelzimmer sowie Aufenthaltssäle mit Tischtennisplatte, Schaukelpferd und allerlei anderem Spielzeug mehr Abwechslung. Über die Ausstattung der drei Klassenzimmer würde sich auch so mancher Schulleiter freuen.

In einem der Räume sind viele Steckdosen installiert und Fächer eingebaut, in dem die „Gäste“, so will Studt die Flüchtlinge jetzt nennen, ihre Smartphones aufladen können. Es gibt ein Fernsehzimmer mit Tischen und Stühlen. In einem anderer Raum sitzt der ärztliche Dienst. In einer Ecke des Gebäudes hat das Land einen Gebetsraum eingerichtet mit einem Schild, das in Richtung Mekka zeigt: Auf einem Tisch liegen Koran und Bibel nebeneinander.

Insgesamt 350 frisch gestrichene Zimmer stehen zur Verfügung. Die Brandschutzanlage wurde modernisiert. Zwar verströmt das unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit braunen Holztüren, viel Marmor und alten Fliesen noch den Charme aus der Bundeswehrzeit, allerdings wirkt es jetzt heller, offener und gemütlicher.

Wenn in dieser Woche die ersten Flüchtlinge ankommen, müssen sie bei Stefan Heß vorbeischauen: Der Landesmitarbeiter nimmt sie auf und stellt ihnen eine Chipkarte aus. „Sollten die Schutzsuchenden das Grundstück verlassen, werden die Karten gescannt, sodass wir immer wissen, wie viele Menschen im Haus sind“, erklärte er. Auch die Regale in der Kleiderkammer, die die Initiative „Kiel hilft Flüchtlingen“ betreibt, sind gut gefüllt: „Unser Vorrat sollte erst einmal ausreichen. Sonst können wir aus unserem Lager schnell Nachschub holen“, sagte Maik Lohmann.

Sechs Wochen sollen die Flüchtlinge in der Einrichtung bleiben. Dann kommen sie in kommunale Unterkünfte. „Ich bin froh und zufrieden, dass die Einrichtung so gut gelungen ist“, freute sich auch Bildungsdezernentin Renate Treutel.

Hier finden Sie Fotos vom Tag der offenen Tür in der Erstaufnahmeeinrichtung im Niemannsweg.

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Innenminister Stefan Studt und Kiels Bildungsdezernentin Renate Treutel ließen sich von Stefan Harmsen von den Johannitern, der die Unterkunft leitet, durch das Gebäude führen. „Es ist ein toller Tag für uns. Wir konnten ohne Zeitdruck alles fertig stellen“, sagte Studt, als er sich ein Zimmer mit zwei Hochbetten, Tisch und vier Spinden anschaute. Während die Schlafräume nur mit dem Nötigsten eingerichtet sind, bieten die Spiel- und Bastelzimmer sowie Aufenthaltssäle mit Tischtennisplatte, Schaukelpferd und allerlei anderem Spielzeug mehr Abwechslung. Über die Ausstattung der drei Klassenzimmer würde sich auch so mancher Schulleiter freuen.

In einem der Räume sind viele Steckdosen installiert und Fächer eingebaut, in dem die „Gäste“, so will Studt die Flüchtlinge jetzt nennen, ihre Smartphones aufladen können. Es gibt ein Fernsehzimmer mit Tischen und Stühlen. In einem anderer Raum sitzt der ärztliche Dienst. In einer Ecke des Gebäudes hat das Land einen Gebetsraum eingerichtet mit einem Schild, das in Richtung Mekka zeigt: Auf einem Tisch liegen Koran und Bibel nebeneinander.

Insgesamt 350 frisch gestrichene Zimmer stehen zur Verfügung. Die Brandschutzanlage wurde modernisiert. Zwar verströmt das unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit braunen Holztüren, viel Marmor und alten Fliesen noch den Charme aus der Bundeswehrzeit, allerdings wirkt es jetzt heller, offener und gemütlicher.

Wenn in dieser Woche die ersten Flüchtlinge ankommen, müssen sie bei Stefan Heß vorbeischauen: Der Landesmitarbeiter nimmt sie auf und stellt ihnen eine Chipkarte aus. „Sollten die Schutzsuchenden das Grundstück verlassen, werden die Karten gescannt, sodass wir immer wissen, wie viele Menschen im Haus sind“, erklärte er. Auch die Regale in der Kleiderkammer, die die Initiative „Kiel hilft Flüchtlingen“ betreibt, sind gut gefüllt: „Unser Vorrat sollte erst einmal ausreichen. Sonst können wir aus unserem Lager schnell Nachschub holen“, sagte Maik Lohmann.

Sechs Wochen sollen die Flüchtlinge in der Einrichtung bleiben. Dann kommen sie in kommunale Unterkünfte. „Ich bin froh und zufrieden, dass die Einrichtung so gut gelungen ist“, freute sich auch Bildungsdezernentin Renate Treutel.

Stefan Studt, Renate Treutel und Stefan Harmsen (v.l.) in der Unterkunft am Niemannsweg.

Quelle: Günter Schellhase

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