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Geben die Wiker ihren Segen?

Niemeyer-Kapelle Geben die Wiker ihren Segen?

Obwohl nun ein neuer Standort gefunden zu sein scheint, hält die Diskussion um die vom brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer entworfene Kapelle an.

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Kuppelbau mit großer Fensterfront: Oscar Niemeyers Handschrift ist zu erkennen.

Quelle: Stadt Kiel

Kiel. „Ich rechne fest damit, dass es auch in der Wik Gegenstimmen geben wird“, sagte Peter Schlenz (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Ortsbeirats Wik. Mit dem Bau der Kapelle auf dem oberen Teil der Orchideenwiese an der Feldstraße werde wie in Schilksee der Blick auf die Förde eingeschränkt. „Deshalb hoffe ich, dass die Pläne so sind, dass die Kapelle am Rand der Wiese steht.“ Im Ortsbeirat habe man lange und ausführlich über die Standort-Wahl diskutiert, sich dann aber einstimmig auf den Vorschlag Orchideenwiese geeinigt.

 Die Interessengemeinschaft der Hinterbliebenen und die Stadt Kiel haben sich für den Bau der Erinnerungskapelle auf der Wiese zwischen Feldstraße und Kiellinie entschieden. Zunächst war geplant, die Kapelle zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes im Juni 2009 in Schilksee zu bauen. Die Pläne scheiterten jedoch am Protest der Anwohner. Den neuen Plänen muss nun zunächst der Ortsbeirat Wik zustimmen.

 „Das ist eine Attraktion für die Wik“, sagte Ortsbeiratsmitglied Olaf Godow (CDU). Im Gegensatz zu Schlenz rechnet er nicht mit Protesten. Man müsse aber die Ortsbeiratssitzung und die Beteiligung der Bürger abwarten. „Solche Sitzungen sind ja immer für eine Überraschung gut.“

 Die Bedeutung der Bürgerbeteiligung an der Entscheidung hob auch die SPD in der Kieler Ratsversammlung hervor. „Wichtig ist, dass die Planungen im Einklang mit dem Ortsbeirat und den Einwohnern vor Ort stehen und alle Beteiligten dem Projekt zustimmen“, sagte André Wilkens, baupolitischer Sprecher der SPD. Stefan Kruber, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat, und der Wiker Ratsherr Jan Wohlfarth (CDU) halten die Zustimmung des Ortsbeirates nur für den ersten Schritt. „Wir empfehlen der Verwaltung dringend, in einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen.“

 Die Ratsfraktionen von FDP, Grünen und SSW begrüßten grundsätzlich die Kapelle am geplanten neuen Standort. „Wenn alle einverstanden sind, dann ist der Bau sicherlich ein Gewinn für die Wik und für Kiel“, sagte SSW-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmidt. „In Form eines Ortes der Erinnerung, der allen offen steht“, könne Kiel durch die Kapelle bereichert werden, sagte FDP-Fraktionschefin Christina Musculus-Stahnke. Für die Grünen-Fraktion erhält der Naherholungsraum an der Orchideenwiese durch die Kapelle eine Aufwertung. „Sicherlich wäre die Kapelle an der Steilküste in Schilksee prägnanter gewesen“, sagte der baupolitische Sprecher Arne Langniß. Aber der Willen der Bürger müsse berücksichtigt werden.

 Auch die Linksfraktion im Rat bezweifelt, ob der neue Standort für die Kapelle passend ist. „Wo ist die in der Vergangenheit stets betonte Nähe zum freien Meer geblieben?“, fragte ihr Sprecher Joachim Balzer. Er mahnte außerdem, die anfallenden Kosten für die Stadt im Blick zu behalten.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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