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Abgetaucht in die kühle Ostsee

Nikolaustauchen Abgetaucht in die kühle Ostsee

Ein Prada-Handy, Patronenhülsen, Geschirr und viele Sektflaschen: Wenn die Mitglieder vom Deutschen Unterwasserclub (DUC) und der Tauchgruppe Kiel sich zum traditionellen Nikolaustauchen treffen, dann finden sie immer allerhand Dinge im Wasser.

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Noch ein kleines Geschenk vom Nikolaus, dann geht es ab in die Ostsee vor Schilksee.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Seit mehr als 40 Jahren tauchen wir immer am 6. Dezember im Hafenbecken in Schilksee“, erzählt Norbert Raschkewitz, der erste Vorsitzende des DUC. Angefangen hatte es mit einem Nikolausschwimmen, doch inzwischen wagen sich viele Taucher ein Stündchen lang unter die Wasseroberfläche. Während Raschkewitz die eintrudelnden Mitglieder begrüßt, ziehen sich Klaus Weiß und Thomas Wild schon einmal um. „Wir tauchen zum ersten Mal mit den Trockenanzügen, da dauert die Vorbereitung einfach ein bisschen länger“, sagt Wild und stellt den Gürtel mit den Gewichten ein.

Sollte die Trockenanzugpremiere glücken, dann freuen sich die beiden darauf, den ganzen Winter über in der Ostsee tauchen zu können. „Die Mischung auf Technik und Sport, aus Abenteuer und Ruhe unter Wasser ist fantastisch“, sagt Wild. Und Tauchpartner Weiß ergänzt: „Man taucht in eine andere schwerelose Welt ein und lässt alles hinter sich.“

Vor dem Tauchgang müssen Flaschen geschleppt und Flossen eingestellt werden. Mitten im Durcheinander ruft Kristina Selmer plötzlich: „Nein!“ Sie hat den Autoschlüssel eines Tauchkollegen ins Wasser fallen lassen. Alle stehen verdutzt auf dem Steg, blinzeln ins Wasser und fixieren das gute Stück. Es droht von der Strömung mitgerissen zu werden. Prompt hüpft Jochen Sturm im Neoprenanzug ins acht Grad kalte Wasser und fischt den Schlüssel wieder heraus. „So ein Neopren wird ja relativ schnell warm. Das ist besser als ein undichter Trockenanzug, darin fühlt es sich nämlich an, wie unter einer nassen Bettdecke“, erklärt er. Man hätte da so seine Erfahrungen. Die Tauchkollegen nicken.

Hier sehen Sie Bilder vom Nikolaustauchen in Schilksee.

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Dann kommt der Nikolaus alias Marco Göttsche. Er ringt den gut gelaunten Tauchern kleine Gedichte ab. Wer keinen Spruch kennt, bekommt kein Geschenk. Die Windböen zerren an seinem Kostüm und plötzlich ist die Zipfelmütze in der Luft. Sie landet im Wasser, direkt neben dem Boot der Seenotretter. Die kommen dem Nikolaus zur Hilfe und retten die Kopfbedeckung mit einem langen Stab aus dem Wasser.

Gemeinsam springen die adventlich gestimmten Taucher ins Wasser. Einige Sportler inspizieren das Hafenbecken, andere machen Strecke rund um die Mole herum. Jochen Sturm schwimmt mit seinem Sohn Michel bis nach Strande und zurück. Nach einer Stunde sind alle wieder zurück an Land. Sie stärken sich mit Suppe, Keksen und Punsch und erzählen von ihren diesjährigen Funden und Beobachtungen. Die Taucher haben mehrere Butts gesichtet, Schaumdreher, Gummistiefel und diverse Verklicker mitgebracht. Aber erstaunlicherweise haben sie zum ersten Mal keine Sektflaschen gefunden.

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