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Illegales Tropenholz für die Megajacht?

Nobiskrug-Gruppe Illegales Tropenholz für die Megajacht?

Ermittler der Staatsanwaltschaft Kiel haben am Dienstag die Standorte der Nobiskrug-Gruppe in Rendsburg an der Obereider und in Kiel-Gaarden durchsucht.

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Teakholz ist im Boots- und Schiffbau heute ein begehrtes Baumaterial. Das gilt auch für den Innenausbau und als Decksbelag, wie hier im Jachtbau.

Quelle: Frank Behling (Symbolfoto)

Kiel/Rendsburg. Wie die Behörde auf Nachfrage bestätigte, ging es dabei um den möglicherweise illegalen Handel mit Tropenholz – ein Verstoß gegen das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz. „Wir führen ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

 Nach Angaben der Behörde waren Zeugeninformationen aus „zwei Firmen“ das Ziel. „Wir haben aber keine konkrete Person im Fokus“, so Bieler. Vielmehr hoffe die Staatsanwaltschaft, in Unterlagen bei den Firmen Erkenntnisse über einen strafbaren Handel zu erlangen, an dem die durchsuchte Firma nicht initiativ beteiligt gewesen sein müsse. „Wir stellen auch Hölzer sicher“, erklärte Bieler. Sachverständige sollen diese prüfen und herausfinden, ob es sich um Holz aus Plantagen oder Wildwuchs handelt. Letzteres erhöht die Wahrscheinlichkeit illegaler Aktivitäten.

 Auslöser ist die gemeinnützige Naturschutzorganisation „Environmental Investigation Agency“ (EIA) aus London. Sie hatte im Oktober gemeldet, dass beim Bau der größten Segeljacht der Welt, der „Sailing Yacht A“, in Kiel illegal geschlagenes Teak verwendet worden sei. Das Tropenholz ist beim Jachtbau sehr begehrt, da es bei Nässe nicht rutschig wird und außerdem das Deck gut schützt. Aber auch bei der Innenausstattung kommt Teak immer wieder zum Einsatz. Der Superjachten-Hersteller Nobiskrug verlegt Teakholz deshalb auf Kundenwunsch sehr häufig. Dabei arbeite man stets mit zertifizierten Unterlieferanten zusammen. Bei der „A“ wurde das Teakholz von der spanischen Firma Teak Solutions geliefert. Es handele sich allerdings nicht um ein Amtshilfe-Verfahren spanischer Kollegen, sagte Oberstaatsanwalt Bieler. Vielmehr habe man eigene Ansätze zur Ermittlung.

 Die Werft selbst nahm die Durchsuchung gelassen. „Wir unterstützen die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Kiel und kooperieren in vollem Umfang mit den Behörden. Wir haben selbst größtes Interesse, die Vorwürfe rasch zu entkräften, zumal die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung vergleichbare Ermittlungen in derselben Sache gegen uns im vergangenen Jahr eingestellt hatte“, sagte ein Sprecher der Werft. Die für Verstöße gegen die Importauflagen zuständige Bundesbehörde hatte nach der Veröffentlichung der Vorwürfe durch die Naturschützer im Oktober gleich ein Team nach Kiel geschickt und die Papiere der Teaklieferung auf der Werft eingesehen. Dabei waren keine Unregelmäßigkeiten entdeckt worden. „Daher sind wir uns sicher, dass wir den gegen uns erhobenen Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft entkräften können“, so der Werftsprecher.

 Ob das Ermittlungsverfahren der Kieler Staatsanwaltschaft konkret mit der „Sailing Yacht A“ zusammenhängt, will Oberstaatsanwalt Axel Bieler nicht kommentieren. Er hofft auf erste Erkenntnisse aus der Auswertung der bei der Durchsuchung mitgenommenen Dokumente nach etwa zwei Wochen.

 Von Frank Behling und Niklas Wieczorek

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