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Das wird Kiels größte Sandkiste

Nord-Ostsee-Kanal Das wird Kiels größte Sandkiste

Noch ist Ruhe auf der Schleusenanlage in Kiel-Holtenau. Doch das ändert sich bald. Im Frühjahr wird schweres Baugerät anrücken. Aus den beiden kleinen Kammern der Schleusenanlage werden dann die größten Sandkästen Deutschlands.

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Bis zu 130.000 Kubikmeter Sand werden in die beiden Schleusenkammern gefüllt, um die einsturzgefährdeten Mauerwerke für den Abbruch zu stabilisieren.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die rund 140 Meter langen und 22 Meter breiten Schleusenkammern sollen bis zum Rand mit Sand gefüllt werden. „Wir reden dabei über rund 130000 Kubikmeter“, sagt Matthias Visser, Sprecher des Wasserstraßen- und Schiffahrtsamtes Kiel-Holtenau. Am Dienstagabend ab 19.30 Uhr steht Visser auch den Anwohnern in Holtenau bei der Sitzung des Ortsbeirats Rede und Antwort und will über den Stand des Bauvorhabens informieren. „Wir wollen die Bevölkerung so früh wie möglich über die geplanten Maßnahmen informieren“, sagt Visser.

 Welches Baugerät zum Einsatz kommen wird, kann Visser dabei noch nicht sagen. „Wir bereiten gerade die Ausschreibung vor und rechnen mit dem Beginn der Arbeiten im Frühjahr“, so der Ingenieur. Eine Sorge will er den Anwohnern auf beiden Seiten der Schleusen aber nehmen. „Es ist geplant, den Sand weitestgehend über den Wasserweg und nicht über die Straße anzuliefern“, so Visser. Für diesen Zweck wurde bereits auf der Schleuseninsel zwischen den beiden Schleusengruppen ein Anleger als Umschlagsplatz gebaut. Dort sollen kleinere Schiffe und Schuten den Sand direkt anliefern. Der Wasserweg ist aber auch für den Transport der Baumaschinen und Baustellenausrüstung geplant.

Sand soll Schleusenmauern fixieren

 Bevor die beiden Kammern zugeschüttet werden, müssen die acht alten Schleusentore ausgebaut und durch Dämme ersetzt werden. Diese Dämme werden vorgefertigt und an den Enden der Schleusenkammern aufgestellt. Für das Füllen dieser sogenannten Fangedämme werden 25000 Kubikmeter Sand benötigt. Woher der Sand kommen wird, steht erst dann fest, wenn der Auftrag vergeben wurde. „Wir schreiben nur die Dichte und Beschaffenheit des Sands vor“, sagt Visser.

 Der Sand soll die Schleusenmauern fixieren und einen Einsturz beim Rückbau verhindern. Die 1887 bis 1895 gebauten Schleusenkammern sind durch große Risse baufällig geworden und können nicht mehr gerettet werden. Aus diesem Grund hat das Bundesverkehrsministerium im Frühjahr grünes Licht für die Planung des Ersatzneubaus der kleinen Schleusen gegeben. Die bestehenden Schleusenbauwerke werden in diesem Zuge bis auf die Grundmauern abgetragen. Danach soll dann an der selben Stelle eine neue Schleusenanlage entstehen. Für dieses Bauvorhaben sind nach heutigen Schätzungen 240 Millionen Euro veranschlagt.

 Da Kiel damit auf absehbare Zeit eine Wasserbaustelle bleibt, hat die Firma Züblin auch ein 16 Meter langes Arbeitsschiff angeschafft. Seit einigen Tagen liegt im Holtenauer Binnenhafen der Schlepper „Wik“. Das 1955 auf der Sietas Werft gebaute Schiff war bis zum Frühjahr als Eisbrecher „Christian Nehls“ für die Hamburger Hafenverwaltung HPA im Einsatz.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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