22 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Riesige Meyer-Sektion überführt

Nord-Ostsee-Kanal Riesige Meyer-Sektion überführt

Monatelange Vorbereitungen, Computersimulationen und der Einsatz von zwei speziellen Schleppern haben sich ausgezahlt. Die Überführung einer großen Mittelschiffssektionen für die Meyer Werft wurde in der Nacht zum Sonnabend im Nord-Ostsee-Kanal erfolgreich abgeschlossen.

Voriger Artikel
„Lübeck“ hat neuen Kommandanten
Nächster Artikel
Gericht verhandelt zum dritten Mal

Die Überführung einer großen Mittelschiffssektionen für die Meyer Werft wurde in der Nacht zum Sonnabend im Nord-Ostsee-Kanal erfolgreich abgeschlossen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das 105 Meter lange und fast 40 Meter breite Rumpfsegment ist für einen Luxusliner der Meyer Werft bestimmt. Die Neptun Werft in Rostock hatte das 5000 Tonnen schwere Schiffsteil gebaut.

Monatelang hatten Ingenieure und Nautiker die Überführung von Rostock nach Papenburg vorbereitet. Die Kieler Maklerei Sartori & Berger in Kiel half bei den Vorbereitungen. Grund für den Aufwand: Für den Kanal beträgt die maximal erlaubte Schiffsbreite nur 32,2 Meter. Die exakte Breite für die Meyer-Sektion betrug aber 39,7 Meter.  Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau auf Anfrage bestätigte, wurde aus diesem Grund extra eine Computersimulation im Vorwege gemacht. Dabei wurde festgelegt, dass nur ganz besondere Schlepper die Sektion überführen dürfen. Diesen Auftrag bekamen die „RT Spirit“ und „RT Pioneer“ der niederländischen Reederei Koren aus Rotterdam. 

Freitagmittag startete der Schleppverband in Kiel. Zur Absicherung des Verbandes setzte die Schifffahrtsverwaltung ihr Mehrzweckschiff „Saatsee“ ein. Im Kanal wurde der Schleppverband jedoch zeitweise vom Wetter ausgebremst. Grund war der Nebel. Mehrere Stunden musste der Konvoi in Schwartenbek bei Kiel aus Sicherheitsgründen pausieren. Erst gegen Mitternacht erreichte der Schleppzug sicher die Schleuse in Brunsbüttel.  

 Im Nord-Ostsee-Kanal stellte der Schleppzug als breiteste Schiffbausektion einen Rekord auf. Bislang waren Rumpfsektionen der 2011 und 2012 bei  Meyer gebauten Disney-Kreuzfahrtschiffe mit 37 Metern die breitesten Rumpfteile, die je durch den Kanal fuhren. Diese Sektionen lösten damals das Schlachtschiff „Bismarck“ mit den 36 Metern als breitestes Fahrzeug im Kanal ab.

Bei der Meyer Werft wird diese Sektion Anfang der Woche erwartet und dann eingedockt. Bis Herbst nächsten Jahres soll der Kreuzfahrer mit der Baunummer 711 laut Werft an die Reederei Star Cruises in Malaysia geliefert werden. Dann ist das 330 Meter lange und 39,7 Meter breite Schiff für den Nord-Ostsee-Kanal auf jeden Fall zu groß, da es schon bei der Höhe von über 60 Metern die erlaubte Durchfahrtshöhe der zehn Kanalbrücken um 20 Meter übersteigt.

Für den Kanal werden weitere derartige Verschleppungen erwartet. Die Meyer Werft hat am Standort Papenburg derzeit elf Kreuzfahrtriesen in Bau. Für diese Schiffe benötigt die Werft auch weitere Zulieferungen der Neptun Werft. Für diese Zulieferungen hat die Werft außerdem speziell ein Transportschiff gechartert. Der Frachter „Papenburg“ pendelt seit kurzem zwischen Werften im Ostseeraum und Papenburg.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3