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Vor dem Traumjob zur Messe

„Nordjob Kiel“ Vor dem Traumjob zur Messe

Der Stand der Polizeidirektion Eutin war schon am Vormittag dicht umlagert, und auch die Bundeswehr konnte nicht über mangelndes Interesse klagen.

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Einzelhandelskaufmann Akeem Kougbe (links) gab Schüler Dennis Zenzerucha (14) wertvolle Tipps für die Berufswahl.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Polizei, Zoll und Bundeswehr gehören zu den am stärksten nachgefragten Berufen“, bestätigte Kathrin Walsch, Geschäftsführerin des Instituts für Talententwicklung (IfT), das die Messe in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer zu Kiel (IHK) organisiert hat. Das Thema Sicherheit spiele dabei eine große Rolle, aber auch die vielen Ausbildungsberufe, die die Bundeswehr abdecke. Auf der Hitliste der beliebtesten Berufe stehen außerdem seit Jahren unverändert alle kaufmännischen Berufe und der Kfz-Mechatroniker.

„Auch das Hotelfach ist in diesem Jahr wieder angesagt“, sagte Hans Joachim Beckers, Leiter des Bereichs Aus- und Weiterbildung der IHK. Für diese Favoriten sprachen am Mittwoch jedenfalls die Termine, die die Schüler vorab mit den Ausstellern vereinbart hatten. Denn anders als bei anderen Messen organisiert die „Nordjob“ eine gründliche Vorbereitung, bei der die Schüler sich schon im Vorfeld mit ihren Berufswünschen und möglichen Ansprechpartnern auseinandersetzen. Es gebe Termine an beiden Tagen für 10450 verbindliche Beratungsgespräche, sagte Beckers. Eine klassische Win-Win-Situation, denn ein Drittel der Unternehmen könne die Ausbildungsplätze nicht besetzen. „Sie strengen sich sehr an, für ihren Bereich zu werben.“ Gleichzeitig gebe es einen „spürbaren Zuwachs von Verträgen mit Abiturienten“ um 1,4 Prozent, was nicht nur am doppelten Abiturjahrgang liege, sondern auch an der insgesamt höheren Wertigkeit von Ausbildung oder einem dualem Studium.

Die Stadt Kiel rechne in diesem Jahr mit mehr als 3000 Schulabgängern an den allgemeinbildenden Schulen, sagte Stadträtin Renate Treutel. Eine umfassende Berufsorientierung könnten die Schulen selbst aber nicht alleine leisten. „Die ,Nordjob’ ist eine Plattform, die gute Zukunftsentscheidungen ermöglicht“, lobte Treutel. Neu ist in diesem Jahr das „Nordjob Plus Forum“ für junge Geflüchtete, die eine intensivere Beratung brauchen. „Wir wollen ihnen Ruhe und Zeit geben, ohne dass sie in Konkurrenz zu den anderen Schülern stehen“, sagte Kathrin Walsch. Sie kündigte außerdem neue, die Bildungsmesse ergänzende Angebote an. So soll es am 27. September einen „Parentum Eltern-Schülertag“ in der IHK zu Kiel geben, bei dem sich Eltern über Ausbildungsberufe informieren können.

„Eltern sind die ersten Ansprechpartner in Sachen Berufswahl.“ Neu sind auch begleitende Lehrer-Workshops. „Wir sind voll ausgebucht“, sagte Carola Homeister, angehende Handelsfachwirtin bei Peek&Cloppenburg, mit einem Blick auf ihre Liste. Die Nachfrage nach Ausbildungsberufen wie Einzelhandelskaufmann, Handelsfachwirt oder Gestalter für visuelles Marketing sei groß. „In diesem Jahr sind schon alle Ausbildungsplätze weg.“ Aber zum Glück stehen die meisten der Schüler noch nicht direkt vor ihrem Schulabschluss, sondern können sich in aller Ruhe für das nächste Jahr bewerben. Für Last-Minute-Bewerber gab es dennoch eine Lehrstellenbörse der teilnehmenden Unternehmen mit freien Ausbildungsplätzen für 2016.

Dennis Zenzerucha (14), Achtklässler der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Preetz, interessierte sich für eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. „Ich fnde es toll, dass ich hier gute Beratung finde“, sagte er nach seinem Gespräch mit Akeem Kougbe von Peek&Cloppenburg. Friederike Lindenberg (20) und Elisabeth Sommermeier (18) haben ihr Abitur bereits in der Tasche, sind aber trotzdem noch in der Orientierungsphase. „Ich möchte Eventmanagement studieren, aber vielleicht vorher noch eine Ausbildung machen“, sagte Friederike Lindenberg. Ihre Freundin war vor allem „wegen der Unis“ da und strebt einen Job im Medienbereich an. Die zusätzlichen Infos nahmen beide gerne mit.

Am Stand des Atlantic Hotels Kiel informierte Köchin Julia Scheeve in ihrer weißen Arbeitskleidung über einen harten Job, den viele nur aus den TV-Kochshows kennen. „Es interessieren sich dieses Jahr wirklich viele Schüler für diesen Beruf.“ Den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Schleswig-Holstein wird es freuen, denn in dieser Branche fehlen sehr viele Fachkräfte. Allerdings sollten die Vorstellungen der Schüler realistisch sein, damit es keine Enttäuschungen gibt. Auch dafür waren die Profis an den Ständen perfekte Ansprechpartner.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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