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OB-Kandidat Jan Barg gerät ins Trudeln

Oberbürgermeisterwahl Kiel OB-Kandidat Jan Barg gerät ins Trudeln

Ganz ehrlich: Die Ankündigung, dass die Piratenpartei Kiels OB-Kandidaten „grillen“ wollte, klang spektakulärer, als die Veranstaltung dann wurde. Der Ricarda-Huch-Schule bescherte sie jedoch einen vollen Saal. Und dem Beobachter die Erkenntnis, dass ein unabhängiger Kandidat schnell ins Straucheln geraten kann.

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Rückte sich bei einer Veranstaltung der Piraten in Kiel in kein gutes Licht: der unabhängige Oberbürgermeister-Kandidat Jan Barg (re.).

Quelle: Jansen

Kiel. Ebbe im städtischen Haushalt, Wegfall von Grünflächen, die Zukunft des Holtenauer Unterlands, Mobilitätstickets, Wohnraum und noch so viel mehr: Das Themenspektrum, mit dem sich die fünf Kandidaten zur bevorstehenden Wahl des Kieler Oberbürgermeisters in diesen Wochen befassen müssen, ist gewaltig – wenn sie ihre Aufgabe denn ernst nehmen wollen. Matthias Cravan, parteiunabhängiger Kandidat Nummer 1, hatte seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Jan Barg, parteiunabhängiger Kandidat Nummer 2, saß diesmal mit auf dem Podium.

Seine Haltung zur Gestaltung des MFG5-Areals, sobald das Marinefliegergeschwader endgültig abgezogen ist? Moderator Marcel Louwers hatte eben noch postuliert, dass hier „aus piratischer Sicht“ die Gelegenheit günstig sei, bezahlbaren und zugleich günstigen Wohnraum zu schaffen. Susanne Gaschke (SPD) und Andreas Tietze (Grüne) plädierten ähnlich wie ihre Parteien für eine Mischansiedlung von Wohnen und Gewerbe, während Gert Meyer (CDU) den Akzent auf Industrieansiedlungen setzte, weil Arbeitsplätze geschaffen werden müssten. Barg überraschte die Zuschauer. „Ich möchte bei dieser Frage aussetzen.“ Er sei berufstätig und könne sich „nicht zwei Monate freistellen lassen“, bloß um für seine Wahl zu kämpfen.

Sozialer Stadtteil Gaarden? Barg hat dazu eigentlich ein Konzept, das auf Handwerkskraft im Viertel setzt. Nein, er wolle sich auch dazu enthalten. Zum Thema Stadtstrand dagegen äußerte er sich. Das Hindenburgufer sei „die überflüssigste Straße von ganz Kiel“, und man könne es vielleicht als Spinnerei bezeichnen: „Aber vor der Kaimauer 400 Meter Sand aufzuschütten, ist doch ein sympathischer Vorschlag.“ Das Gelände könne ähnlich wie der Eckernförder Kurpark angelegt werden. „Nehmen Sie das doch in Ihr Programm auf“, wandte er sich mit Augenzwinkern an die Konkurrenten. „Dann gewinnen Sie vielleicht die Wahl.“

Ganz ehrlich: Die Ankündigung, dass die Piratenpartei Kiels OB-Kandidaten „grillen“ wollte, klang spektakulärer, als die Veranstaltung dann wurde. Der Ricarda-Huch-Schule bescherte sie jedoch einen vollen Saal. Und dem Beobachter die Erkenntnis, dass ein unabhängiger Kandidat schnell ins Straucheln geraten kann.

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Barg, erklärter Anhänger von Volksentscheiden, berichtete von seinem Ärger über die Ansiedlung von Möbel Kraft ausgerechnet auf einem der ältesten Kleingartengelände von ganz Deutschland und davon, dass er zunächst niemanden fand, der dagegen protestieren wollte. Über die Seiten von Face book habe er schließlich doch Gleichgesinnte gefunden. „Es gibt leider so vieles in Kiel, was mich empört.“ Seine Kandidatur zur OB-Wahl sei denn auch pure Abenteuerlust.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist am Sonnabend ab 13 und ab 20 Uhr auf Kiel-TV zu sehen. Wer alle fünf Kandidaten live erleben möchte, hat dazu noch einmal am Montag, 22. Oktober, Gelegenheit. Ab 20 Uhr treten voraussichtlich alle fünf Kandidaten in der Halle 400 auf.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Kieler Förde

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Foto: Oberbürgermeister-Wahlkampf in Kiel: Jan Barg zeigte Flagge bei einem Apfelfest im Kleingartengelände „Prüner Schlag" – mit Julia Seibel, Möbel-Kraft-Gegnerin, und Besucherkindern Patrick (7) und Levi (5).

Fünf Kandidaten wollen bei der Oberbürgermeister-Wahl am 28. Oktober das Rathaus von Kiel erobern. Susanne Gaschke (SPD), Gert Meyer (CDU), Andreas Tietze (Grüne) sowie die unabhängigen Kandidaten Jan Barg und Matthias Cravan. Wie und wo werben sie für sich und ihre Positionen? In der ersten Folge der Reihe „Ortstermin“ präsentiert sich Jan Barg als Möbel-Kraft-Gegner bei einem Apfelfest im Kleingarten-Gelände.

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