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Ohne die Nachbarn geht es nicht

Gewerbeflächen Ohne die Nachbarn geht es nicht

Alle Prognosen gehen davon aus, dass Kiel weiter wächst. Damit aber müssen mehr Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Als Wirtschaftsdezernent stellt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) im nächsten Wirtschaftsausschuss das Konzept für die Entwicklung von Gewerbeflächen in Kiel und Region vor.

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Als Wirtschaftsdezernent stellt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) im nächsten Wirtschaftsausschuss das Konzept für die Entwicklung von Gewerbeflächen in Kiel und Region vor.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Kiel gehört durch seine Förde-Lage bekanntlich zu einer der flächenärmsten Großstädte Deutschlands. „Die Landeshauptstadt braucht Platz, um bestehende Betriebe verlagern und umsiedeln sowie neue Unternehmen ansiedeln zu können, gerade auch im Bereich des produzierenden Gewerbes und der Industrie. Das sichert bestehende und schafft neue Arbeitsplätze“, erklärte Kämpfer bezahlbare Gewerbeflächen immer wieder zum „A und O einer erfolgreichen Wirtschaftsförderung“.

 Nach dem Konzept müsste Kiel, um die Nachfrage zu sichern, etwa fünf Hektar an Flächen für Gewerbe pro Jahr ausweisen. Ohne geeignete und schnelle Maßnahmen, hieß es seitens der Ämter Immobilienwirtschaft und Stadtplanung, könne die Nachfrage von 2018 bis 2024 nicht gedeckt werden, droht ein kritischer Engpass. Zu diesen Maßnahmen gehören ein Monitoring, die Wiederbelebung bereits bestehender Flächen, die Neuausweisung von Gewerbeflächen, mehr sogenannte Flächenproduktivität, indem man weniger Raum für Arbeitsplätze braucht, vor allem aber die regionale Kooperation. Denn auf der Suche nach attraktiven Gebieten für Unternehmen kann die Stadt nicht an den Stadtgrenzen Halt machen.

 Um neues Gewerbe anzusiedeln, Arbeitsplätze zu schaffen oder Betriebe in der Region zu halten, stellten Kiel, Neumünster, die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde bereits 2015 das erste gemeinsame Konzept vor, um Gewerbeflächen bis ins Jahr 2030 zu entwickeln. 13 Premium-Gewerbegebiete, die Kriterien wie gut angebunden, mindestens fünf Hektar freie Fläche und überregionale Bedeutung erfüllen, schälten sich dabei heraus: In Kiel sind es Moorsee, das MFG-5-Gelände, Airpark Holtenau und Friedrichsort. Dazu kommen der Wissenschaftspark und Kai-City als Sonderflächen. Hoffnung macht der Erfolg des interkommunalen Gewerbegebietes in Melsdorf: Obwohl noch gar nicht ganz erschlossen, „rennen uns schon jetzt die Leute die Bude ein“, berichtet der Verwaltungschef. Die Stadt wird auch Gespräche über Kooperationen mit Heikendorf, Schönkirchen, Altenholz und Dänischenhagen führen.

 Schon im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung eine Analyse für Kiel vorgelegt, die jetzt aktualisiert wurde. Neu als Prüfflächen nimmt die Stadt jetzt auch das Scheerhafengebäude und das Gelände des Gemeinschaftskraftwerkes in den Blick, wenn dort der Rückbau beginnt. Der Druck, der Wirtschaft, mehr Raum zu verschaffen, wächst: „Wir müssen alle Register ziehen“, sagt der Oberbürgermeister. Ob Gewerbe, Freizeit, Wohnen, Land oder Wald – die Flächenkonkurrenz werde das große Thema für Kiel in den nächsten Jahren sein, setzt Kämpfer auf ein gutes Management.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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