18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Kiel wirbt mit seriöser Kostenschätzung

Olympia 2024 Kiel wirbt mit seriöser Kostenschätzung

Schon einen Tag früher als Hamburg hatte Kiel seine Olympia-Kostenaufstellung online gestellt. Laut Oberbürgermeister Ulf Kämpfer liefert die Stadt damit eine „sehr gute, gründliche und überzeugende Grundlage“ für den Bürgerentscheid am 29. November. Insgesamt kosten die olympischen Regatten in Kiel-Schilksee, sollte Deutschland den Zuschlag für die Sommerspiele 2024 bekommen, 156 Millionen Euro.

Voriger Artikel
Ferienpass ist wieder erhältlich
Nächster Artikel
Happy End nach vielen Tränen

Ulf Kämpfer nahm am Donnerstag zu den Olympia-Kosten vor der Presse Stellung. Olympia sei eine sehr gute Investition für den Segelsport, Kiel und Schilksee, warb er um ein Ja beim Bürgerentscheid.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Davon müssten, wie berichtet, 123 Millionen Euro Bund, Land und die Stadt Kiel stemmen, die je nach Anteil der Bundesförderung mit einem Eigenanteil von 30 bis maximal 41 Millionen Euro rechnet. 33 Millionen Euro sollen aus den Töpfen der Olympia-Organisationen kommen.

 Das alles sei nicht schön gerechnet, versicherte Kämpfer am Donnerstag vor den Medien, sondern ein vorsichtige Kalkulation bis zum Jahr 2024. So wurden Basiskosten für 78 Projekte ermittelt, darunter auch das Olympische Dorf, der Segelcampus und das Vier-Sterne-Hotel in Schilksee, die durch Privatinvestitionen von schätzungsweise 98 Millionen Euro finanziert werden sollen. Zu den Basiswerten schlugen die Finanzexperten nicht nur 20 Prozent Risikoaufschläge als Sicherheitspuffer drauf, sondern auch pro Jahr zwei Prozent Inflation, drei Prozent Projektmanagementkosten und noch einmal 25 bis 35 Prozent Baunebenkosten. Der größte Brocken für die öffentliche Hand ist dabei die Finanzierung des neuen Hafenvorfeldes und der Zuschauermolen mit geschätzt fast 38 Millionen Euro. Mehr als 26 Millionen Euro soll der Umbau von Bestandsgebäuden in Schilksee verschlingen, die olympiatauglich gemacht werden sollen. Zu möglichen Einnahmen oder Gewinnen könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, meinte Kämpfer.

Wie Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz setzt auch er darauf, dass sich die Vorsicht auszahlt und beide Partner am Ende weniger Geld aufbringen müssen: „Wir haben alles für eine offene, seriöse und transparente Darstellung getan, was zu diesem Zeitpunkt möglich war. Mehr geht nicht.“ Daher ist er überzeugt, dass Kiel sich bei angemessener Unterstützung von Bund und Land Olympia leisten kann und sollte. Eine Garantie, dass es auch so kommt, konnte er nicht abgeben. Klar sei jedoch, dass die Stadt ihren Maximalbetrag bei 41 Millionen Euro sehe. Was aber ist, wenn die Bundesförderung deutlich niedriger ausfällt als erwartet? Oder eine Kostenexplosion droht? Dann kann Kiel noch die Notbremse ziehen – mit Hilfe eines Ratsbeschlusses oder eines neuen Bürgerentscheids. Auf der Sondersitzung von vier Fachausschüssen gab es am Donnerstagabend bei einer Gegenstimme der Linken grünes Licht für das Finanzierungskonzept. Zum Schwur kommt es in der Ratsversammlung am 15. Oktober.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3