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Plakate läuten heiße Phase ein

Olympia-Bürgerentscheid Plakate läuten heiße Phase ein

Auf der Zielgeraden zum Bürgerentscheid am 29. November geben die Landeshauptstadt Kiel und die Feuer und Flamme für Kiel GmbH (FFKG) noch einmal Gas: Mit einer groß angelegten Plakataktion werben sie an 1200 Standorten im gesamten Stadtgebiet für ein „Ja“ zur Olympia-Bewerbung an der Seite Hamburgs.

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„Man nimmt den Menschen ab, dass sie für Olympia brennen“: Olympia-Projektleiter Christian Riediger, Ströer-Niederlassungsleiterin Iris Petersen, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und FFKG-Geschäftsführer Peter Weltersbach (von links) setzen bei der stadtweit angelegten Plakatkampagne auf Emotionen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Dafür haben sie von der Fußballjugend des Wiker SV bis zur Prominenz aus Sport, Politik und Gesellschaft viele „authentische Botschafter“ gewinnen können, wie Oberbürgermeister Ulf Kämpfer bei der Vorstellung der Kampagne am Montag sagte.

Die bekannten und unbekannten Gesichter strahlen optimistisch von Stellwänden und Litfaßsäulen, die Botschaften sind klar: „Wählen gehen“, „Stimme nutzen“ oder „Chance nutzen“ steht in großen Lettern auf den Plakaten, die seit gestern an Straßenkreuzungen, Bushaltestellen und öffentlichen Plätzen zu sehen sind. Er freue sich, damit die „heiße Phase“ des Bürgerentscheids einläuten zu können, sagte Ulf Kämpfer. „Das sind tolle Motive mit ganz normalen Menschen und sympathischen Prominenten.“ Ihnen nehme man ab, dass sie für Olympia brennen. Die Emotionalität sei dabei besonders wichtig. „Die rationalen Argumente sind klar, aber ohne Emotionen wird man nicht für Olympia sein können.“

Zwölf Motive an 1200 Standorten

Doch genau das ist das Ziel der visuellen Werbekampagne: Kiels Bürger sollen quasi mit der Nase darauf gestoßen werden, dass die Austragung der Segelwettbewerbe im Jahr 2024 eine riesige Chance für die Stadt bedeuten könnte. Und sie sollen wählen gehen. „Wer nicht gerade mit geschlossenen Augen durch die Stadt läuft, muss die Plakate einfach sehen“, sagte Iris Petersen, Kieler Niederlassungsleiterin der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH. Die Aktion umfasst zwölf Motive in unterschiedlichen Größen an 1200 Standorten – „idealerweise dort, wo die Leute wohnen“. Die von Ströer kostenlos zur Verfügung gestellten Flächen für die Außenwerbung entsprechen einem Auftragsvolumen von 120000 Euro. „Das Volumen, die Größe und Komplexität der Aktion sind auch für uns eine neue Dimension.“

Die Kosten für die Produktion der Plakate sind durch Sponsorengelder gedeckt, die die FFKG von rund 70 Förderern eingeworben hat. „Wir haben bisher 240000 Euro eingesammelt“, sagte Geschäftsführer Peter Weltersbach. Die gemeinsame GmbH von Industrie- und Handelskammer und Kieler Yacht Club freut sich besonders über die vielen Einzelspenden von klein- und mittelständischen Unternehmen. Ziel der Kampagne sei es nun, die Kieler Bürger vor dem Entscheid positiv auf Olympia einzustimmen.

Kritik der Linken: "Dünn und inhaltsleer"

Das Gegenteil möchte der Kieler Kreisverband der Linken mit eigenen Plakaten erreichen, auf denen Argumente gegen die Spiele aufgelistet sind. Die Aktion „NOlympia Kiel – für etwas Besseres als Olympia in Kiel“ benenne wichtige Gründe, warum man beim Bürgerentscheid mit „Nein“ stimmen solle, sagte Kreissprecher Florian Jansen. Er kritisierte die Werbekampagne der Stadt als „dünn und inhaltsleer“. Sie setze auf billige Emotionen, um über fehlende Argumente hinwegzutäuschen. Mit bereits bekannten Motiven weitere Begeisterung zu simulieren, wirke fast schon verzweifelt. FFKG-Geschäftsführer Peter Weltersbach begrüßte die parallel laufende Plakataktion der Linken. „Ich finde das gut, weil es zeigt, dass wir eine offene Debatte führen.“

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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