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Kiel nimmt nächste Hürde

Olympia Kiel nimmt nächste Hürde

Mit starkem politischen Rückenwind segelt Kiel jetzt auf Olympia-Kurs. Nach kurzer Debatte stimmten SPD, CDU, Grüne, FDP und SSW in der Ratsversammlung auch für das Finanzierungskonzept zur Ausrichtung der Segelwettbewerbe 2024. Lediglich die Linken erteilten Olympia eine Absage.

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 Olympia wird von der Kieler Ratsversammlung weitesgehend unterstützt.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel.  Zuvor hatte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer am Rednerpult wieder leidenschaftlich für ein Ja beim Bürgerentscheid am 29. November geworben. Hervorragendes Konzept, solide Berechnungen, eine Machbarkeitsstudie, um mit der Olympia-Kampagne Schilksee weiterzuentwickeln, riesiger Image-Gewinn, Nachhaltigkeit – mit Ausnahme der Linken waren sich alle anderen Fraktionen mit dem Oberbürgermeister im Grundsatz über die historische Chance durch Olympia für Kiel und die Region einig. „Wir wollen Reformspiele, keine Gigantomanie“, versprach Kämpfer ebenso „klipp und klar“ wie die Kostengrenze einzuhalten. Insgesamt kosten die olympischen Regatten in Kiel-Schilksee, sollte Deutschland den Zuschlag für die Sommerspiele 2024 bekommen, 156 Millionen Euro. Davon müssten, wie berichtet, 123 Millionen Euro Bund, Land und die Stadt Kiel stemmen, die je nach Anteil der Bundesförderung mit einem Eigenanteil von 30 bis maximal 41 Millionen Euro bis 2024 rechnet.

 Für SPD-Finanzpolitiker Falk Stadelmann war vor allem wichtig, dass sich keine andere Investition wie etwa das Hörn-Bad oder die Alte Feuerwache durch die Bewerbung verzögert: „Olympia bietet so einen Zugewinn für ganz Kiel, ohne dass dem einen oder anderen Stadtteil etwas genommen wird.“ Zudem werde sich die Stadt Erklärungen zur Transparenz, Korruptionsvorsorge und guter Arbeit anschließen.

 Lob für das Finanzierungskonzept kam auch von den politischen Gegnern. Die Fraktionsvorsitzenden Stefan Kruber (CDU) und Hubertus Hencke (FDP) sprachen von soliden Zahlen. Die Geschlossenheit ging sogar so weit, dass der FDP-Antrag, wie man im Falle einer Kostenexplosion vorgehen solle, übernommen wurde. Verteuert sich der städtische Beitrag um fünf bis 25 Prozent, muss die Ratsversammlung über einen möglichen Ausstieg entscheiden. Ab 25 Prozent haben die Bürger wieder das Wort.

 Lutz Oschmann (Grüne) gab zwar zu, dass die Kosten der Bewerbung eine Wette auf die Zukunft seien, aber die müsse man riskieren angesichts der großen Chance, die Infrastruktur „aufzumöbeln“. Ins Visier nahm er jedoch das städtische Mobilitätskonzept für die Spiele, in der eine Schienenanbindung fehle: „Das müssen wir überarbeiten.“ Sven Seele (SSW) stellte sich dagegen ohne Wenn und Aber hinter die Aussicht auf „sehr kluge und nachhaltige Investitionen“.

 Der Blick aufs Geld rief den linken Fraktionschef Heinz Wieser auf den Plan: Wie wolle die Stadt bezahlbaren Wohnraum schaffen, das MFG-5-Gelände entwickeln, Kitas und Schulen ausbauen und Flüchtlinge unterbringen? Mit Olympia obendrauf, verwies er auf die Erfahrungen früherer Olympia-Städte, gehe die Stadt ein immenses Risiko ein, zumal noch gar nicht klar sei, wie viel der Bund zahle. Kämpfer konterte mit Zahlen: Bis 2024 zahle Kiel etwa eine Milliarde Euro für die Bildung. Und: 15 bis 20 Millionen Euro bis 2024 müsse die Stadt sowieso in den nächsten Jahren in die Hand nehmen, um Schilksee als Segelstandort wettbewerbsfähig zu erhalten. Das überzeugte die Linken nicht. Sie lehnten alle Olympia-Anträge ab.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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