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Die Finanzplanung muss stimmen

Olympia in Kiel Die Finanzplanung muss stimmen

Die Euphorie in Sachen Olympia 2024 ist zumindest auf offizieller Seite an der Förde ungebrochen. Unter dem Motto „Kiel für Olympia“ trommeln Prominente, Unternehmen, Sport und Politik für die Spiele im Norden.

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Hamburger Volksparkstadion: Der Hamburger Senat rechnet insgesamt mit Bewerbungskosten in Höhe von etwa 50 Millionen Euro.

Quelle: picture alliance / dpa

Kiel. Zuletzt hatte die Landeshauptstadt im Rathaus Skizzen für einen neuen Segelcampus in Schilksee vorgestellt. Nach mehr als 2000 Bürgervorschlägen zeichnete sich ab, dass eine Mehrheit der Kieler Olympische Segelwettbewerbe nur unterstützen wolle, wenn sie ökologisch sowie nachhaltig sind und die Region verbinden.

 Dennoch wird in den sozialen Netzwerken immer wieder die Frage nach den Kosten für die Spiele aufgeworfen. Nach vorsichtigen Schätzungen sollen sie allein für die Sportstätten in Hamburg bei mehr als zwei Milliarden Euro liegen. Die Kieler Ratsversammlung bewilligte im Frühjahr zunächst eine Summe von 800000 Euro für die Kieler Bewerbung – unter anderem für die laufenden Kosten des Olympiabüros. Für den Bürgerentscheid im Herbst dieses Jahres sind derzeit rund 250000 Euro eingeplant. Der Hamburger Senat rechnet insgesamt mit Bewerbungskosten in Höhe von etwa 50 Millionen Euro, von denen der Bund etwa 30 Millionen tragen wird. Auch Kiel ist demnach mit etwa fünf Millionen Euro dabei – unabhängig davon, ob Olympia am Ende kommt oder nicht. Das Land will die Bewerbung ebenfalls mit Millionenbeträgen unterstützen, auch die Wirtschaft im Norden sagte für die kommenden Jahre Gelder in Millionenhöhe zu.

 Vor diesem Hintergrund dieser Summen sehen viele Menschen die Spiele skeptisch. Neben den Linken haben sich aber bisher nur die Kieler Piraten kritisch zu Olympia positioniert. Sie bemängeln das Fehlen einer klaren Kosten-Nutzen-Analyse und fordern zügig eine neutrale Grundlage zur Bewertung der Kampagne.

 1972 wurden für die Segelwettbewerbe in Kiel rund 500 Millionen Mark investiert. Es kam zu einem nachhaltigen Schub für die Infrastruktur der Region. Stefan Kruber, Chef der CDU-Ratsfraktion: „Ich glaube nicht, dass es die Autobahn sonst so schnell gegeben hätte.“ Auch wenn ein gewisses Kostenrisiko für erneute Spiele bestehe, müsse man sich auf eine solide Finanzplanung verlassen können, unterstreicht Kruber. „Nur für die Ehre können wir uns das nicht leisten.“ Bei der Abstimmung im November gehe es um Rückenwind für die Bewerbung. Auf alle Zeit bindend sei das Ergebnis nicht.

 Die Wirtschaft verweist dennoch auf die Bedeutung der Bürgerbefragung: „Das Referendum ist eine Selbstverpflichtung der deutschen Bewerber, die nicht nur Alibicharakter haben sollte. Darum muss sie vor dem Abgabetermin der Bewerbung im Januar 2016 vorliegen“, unterstricht IHK-Sprecher Michael Legband. Aber: „Die grandiosen Chancen, die Olympische Spiele einem Standort bieten, sind nicht völlig risikofrei zu haben.“

 Im Frühjahr 2016 will das Internationale Olympische Komitee die offiziellen Kandidatenstädte auswählen. Im Sommer 2017 soll entschieden werden, welche Stadt oder Region die Sommerspiele 2024 austragen darf. Neben Los Angeles haben auch Budapest, Paris und Rom eine Bewerbung angekündigt.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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