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Was vom „Spirit“ der Kampagne bleibt

Olympia in Kiel Was vom „Spirit“ der Kampagne bleibt

Dass eine „Jahrhundertchance“ vertan wurde – darauf können sich auch mehr als drei Monate nach dem überraschenden „Nein“ der Hamburger zu einer Olympia-Bewerbung die Spitzen der Stadt in Kiel problemlos einigen.

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Olympia 2024 in Schilksee wird ein Traum bleiben.

Quelle: dpa

Kiel. Und der Stolz darauf, an der Förde die große Mehrheit der Bürger für ein „Ja“ begeistert zu haben, ist unverändert zu spüren. Nur die Frage, was für Kiel jetzt noch bleibt – die lässt sich schwerer beantworten. Dabei sollte es genau darum gehen: „Feuer und Flamme für die Kieler Region – Impulse auf der Olympia-Kampagne für die Kieler Wirtschaft“, lautete der Titel einer Debatte, zu der die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG eingeladen hatte. Niederlassungsleiter Carsten Döring schwärmte von dem „Spirit“, der im vergangenen Jahr die Stadt erreicht habe und der bewahrt werden müsse. Aber solche Überschriften mit Leben zu füllen, das wurde an diesem Mittwochabend deutlich, ist kompliziert, wenn die gemeinsam Vision, Olympia 2024, geplatzt ist.

Immerhin: IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater wurde trotzdem konkret. Einen Zuwachs an Industriearbeitsplätzen in Kiel um 50 Prozent bis 2030 sei ein mögliches Ziel, auf das sich die Stadt einigen könnte, schlug er vor und nutzte den Abend zugleich, um von der Verwaltungsspitze vehement mehr Wirtschaftsfreundlichkeit und Unterstützung für die Unternehmen einzufordern. „Die Wirtschaft in Kiel lechzt danach, dass sie sich weiterentwickelt.“ Oberbürgermeister Ulf Kämpfer versprach zwar artig, „den Schalter weiter in Richtung Wirtschaftsfreundlichkeit zu drehen“. Besseres Baustellenmanagement gehöre für ihn ebenso dazu wie die Suche nach neuen Investoren. Für Schilksee beispielsweise hoffe er weiterhin auf den Bau eines Hotels. Doch er sei zugleich „Hüter des Gemeinwohls“. Nicht alles könne den Bedürfnissen der Ökonomie unterstellt werden.

 So bleiben im Jahr eins nach dem geplatzten Olympia-Traum vor allem Wünsche: der von Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp beispielsweise, den Wissenschaftsstandort Kiel weltweit bekannt zu machen. Der von Kiwi-Geschäftsführer Werner Kässens, dass Land und Bund in die Infrastruktur der Region investieren. Und der von OB Kämpfer, dass eines Tages „mehr Menschen von Hamburg nach Kiel ziehen als umgekehrt“. Die Kieler Euphorie des vergangenen Jahres jedoch ist damit noch lange nicht bewahrt. Die Suche nach einer neuen Strategie dauert an.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat am Montag die Sportplakette Schleswig-Holsteins an die Initiatoren der "Feuer und Flamme für Kiel"-Kampagne vergeben. Klaus-Hinrich Vater, Präsident der IHK zu Kiel, und Carsten Krage, Vorsitzender des Kieler Yacht-Clubs, hatten Kiels Olympia-Bewerbung unterstützt.

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