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„Oma und Opa“ sind gefunden

Brief ohne Namen verschickt „Oma und Opa“ sind gefunden

„Oma und Opa“ sind gefunden: Über eine Suchaktion der Kieler Nachrichten konnte der erst unzustellbare Brief von Lucy an ihre Großeltern in Kiel übergeben werden.

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Lucy (9) hat an ihre Großeltern Wiebke und Wolfgang Carow einen Brief geschrieben, der nach zwei Monaten nun doch noch sein Ziel gefunden hat.

Quelle: Frank Peter

Kiel. An „Oma und Opa, Stockholmstraße 13, 24109 Kiel“ hatte Lucy Carow einen Brief aus dem Landschulheim an ihre Großeltern adressiert. So haben wir es bereits vor zwei Wochen berichtet. Weil Lucy aber der Post nicht deren richtigen Namen verriet, konnte der Urlaubsgruß nicht zugestellt werden. Er wurde nach Sylt zurückgeschickt. Doch statt im Schullandheim landete er dort im Briefkasten von Bernhard Haaf, der in der Nähe Urlaub machte. Zurück in seiner Heimat, hatte er die Kieler Nachrichten informiert und gebeten, sich auf die Suche nach „Oma und Opa“ zu machen. Nun können wir ein kleines bisschen stolz vermelden: Oma und Opa sind gefunden – und der Brief ist bei ihnen angekommen.

 „Der Artikel in der Zeitung hat ganz schön für Aufregung gesorgt“, sagt „Oma“ Wiebke Carow. Nicht nur die Familie, sondern auch Arbeitskollegen seien durch den Text aufmerksam geworden und hätten sich bei ihr und ihrem Mann Wolfgang Carow gemeldet: „Das seid doch ihr!“

 Durch Whatsapp-Nachrichten und Telefonate war das Ehepaar also schon vorgewarnt. Die Zeitung selbst bekamen die Carows erst ein paar Tage später in die Hände. Als der Artikel erschien, waren sie im Urlaub in der Rhön.

Tante gab den entscheidenden Tipp

 Die Vermittlung hat trotzdem geklappt. Denn durch einen Post auf der Facebook-Seite der Kieler Nachrichten bekam auch Lucys Tante Sabrina Bukowski Wind von der Sache. Sie verriet unserer Zeitung den Namen und die Telefonnummer von Wolfgang und Wiebke Carow. Die beiden wohnen schon seit 13 Jahren in der Stockholmstraße 13. Dass der Postbote „Oma und Opa“ hier trotzdem nicht identifizierte, ist verzeihlich: Das Haus besteht aus immerhin sieben Etagen und verfügt über 32 Wohnungen.

 Auch Berhard Haaf, der den Brief in seiner Post fand, war es ein Anliegen, den Brief an seine richtigen Adressaten zu übermitteln. „Dass ein Enkelkind von sich aus seinen Großeltern schreibt, ist doch eine Besonderheit“, sagt er. Was das Alter der kleinen Autorin angeht, lag er übrigens absolut richtig: Enkelin Lucy Carow ist neun Jahre alt und kommt nach den Sommerferien in die vierte Klasse der Grundschule Nortorf. Im Juni war sie zum ersten Mal im Schullandheim. Auf dem Programm standen da zum Beispiel Ausflüge an den Strand und eine Nachtwanderung. Zu essen gab es, wie Lucy in ihrem Schreiben berichtet, zum Beispiel „Nudeln mit Hacksauce“. Zusammen mit ihren Klassenkameraden schrieb sie von der Nordseeinsel Grußkarten an die Familie und an Freunde – erstmals ganz ohne die Hilfe eines Erwachsenen. Und bis auf die Großeltern bekamen alle ihre Post.

Brief kam auf Irrwegen bei den Großeltern an

 Doch nun hat ihr Brief mit zwei Monaten Verspätung auch endlich „Oma und Opa“ erreicht. Nachdem unsere Redaktion den richtigen Namen erfahren hatte, konnte ihn Finder Bernhard Haaf weiterleiten. „Es freut mich sehr, dass der Umschlag, wenn auch auf Irrwegen, doch noch angekommen ist“, sagt er. „Das war es mir wert.“ Die Großeltern Carow sind auch froh und Haaf sehr dankbar für seine Mühe.

 Und Lucy? Das Mädchen hatte das mit dem Brief zwischendurch schon fast wieder vergessen. Daher hat sie sich auch nicht gewundert, dass sich ihre Großeltern nicht für die Karte bedankten. „Oh“, dachte sie dann, als sie den Bericht über ihren unzustellbaren Urlaubsgruß in der Zeitung entdeckte. Beim nächsten Mal will die Neunjährige neben der Adresse auf jeden Fall auch die Namen ihrer Großeltern mit auf den Umschlag schreiben. „Oder wir geben ihr beim nächsten Mal einfach Adressaufkleber mit“, lacht Großvater Wolfgang Carow.

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Brief ohne Namen verschickt
Foto: Lucys Brief an „Oma und Opa“ konnte nicht zugestellt werden. Die Post hat das Kuvert geöffnet und so ermittelt, dass das Mädchen in einem Schullandheim auf Sylt war. Dorthin wurde der Brief zurückgeschickt und fiel Bernhard Haaf in die Hände.

An „Oma und Opa, Stockholmstraße 13, 24103 Kiel“ adressierte die kleine Lucy einen Brief aus dem Schullandheim in Sylt. Den richtigen Namen ihrer Großeltern verriet sie der Post allerdings nicht. Und so kam es, dass der Brief seine Empfänger in Kiel nicht erreichte – sondern nach Sylt zurückkam.

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