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Kontakte sind das Sahnehäubchen

„OpenCoffee-Club“ Kiel Kontakte sind das Sahnehäubchen

Das Kaffeekränzchen lebt - und zwar in einer Form, die so gar nichts mit Spitzentischdecken oder goldumrandeten Porzellantassen zu tun hat. Im „OpenCoffee-Club“ Kiel geht es vielmehr ums geschäftlich motivierte Netzwerken. Wenn man sich dabei so wohlfühlt wie ältere Damen im Angesicht von frisch gebackenem Pflaumenkuchen mit Sahne, ist das Ganze umso netter.

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Ralf Wallner, Frank Stoltenberg, Arwed Grön und Stefan Scholz (von links) stoßen auf den sechsten Geburtstag des „OpenCoffee-Club“ Kiel an.

Quelle: Martin Geist

Kiel. London, New York, Tokio, Kiel: So lässt sich verkürzt der Erfolgsweg des „OpenCoffee-Clubs“ beschreiben, den es in etwa 80 Ländern der Welt gibt und der 2007 vom britischen Internet-Unternehmer Saul Klein erfunden wurde. „Der hatte keine Lust mehr, alles online zu machen, und wollte wieder richtige Menschen sehen“, erzählt Arwed Grön.

 Grön macht selber in Internet, ist aber auch im Coaching tätig und kennt insofern die virtuellen wie die menschlichen Seiten des Wirtschaftslebens 2.0. Naheliegend, dass Kleins Idee von der Rückkehr zum Kaffeetisch bei ihm auf offene Ohren stieß und er im Jahr 2009 einen Club in Kiel gründete. Und das ganz nach den mittlerweile klassischen Grundsätzen, wonach die beste Zeit am eher frühen Vormittag ist und nicht mehr als 20 Leute am Kaffee nippen sollten, damit jeder mit jedem reden kann.

 72 Mal ist das schon so gelaufen, woraus sich ergibt, dass die Runde bei einem Rhythmus von vier Wochen nicht ein einziges Mal ausgefallen ist. „Es ist nett hier“, nennt der Tee trinkende Key-Account-Manager Ralf Wallner einen kaffeekränzchenmäßig-altmodischen Grund für derlei Konstanz.

 Aber das ist nicht der einzige Grund, fügt er hinzu. Immer wieder ergeben sich nach seiner Erfahrung im Club Kooperationen, die beruflich von Nutzen sind. „Und außerdem lernt man oft etwas dazu.“

 Das wiederum liegt laut Heilpraktiker Stefan Scholz an den 15-Minuten-Vorträgen, die es bei jedem Treffen gibt. Mal geht es um die Kunst der Entscheidungsfindung, mal um seelische Aspekte von Erkrankungen, mal um Internet-Marketing. „Eben wie sich das gerade so anbietet“, sagt Scholz, der es maßgeblich dem „OpenCoffee-Club“ zuschreibt, dass er in seinem Metier Gott und die Welt kennt. Oder bestens vernetzt ist, wie man heute so sagt.

 „Kontakte sind immer nur dem schädlich, der sie nicht hat“, formuliert es Frank Stoltenberg. Er jedenfalls hat Kontakte und führt es nicht zuletzt aufs beratend-bestärkende Zutun seines Clubs zurück, dass er kommendes Jahr den Sprung von der Festanstellung in eine selbstständige Existenz im Internet-Marketing wagt.

 Dann wird Stoltenberg sozusagen richtig im Club sein, denn die meisten arbeiten als einzelkämpfende Freiberufler. Sich regelmäßig mit Leuten in vergleichbarer Position zu treffen, „das hilft beim Reflektieren“, nennt Ralf Wallner ein weiteres Argument für diese Treffen.

 Die finden nun schon seit fünf Jahren im „Blauen Engel“ an der Hörn-Klappbrücke in Kiel statt, und das immer am letzten Donnerstag des Monats von 9.15 bis 11 Uhr. Neugierige sind willkommen, versichert Arwed Grön. „Und sie müssen noch nicht mal Kaffee trinken“, fügt er mit Blick auf die Tee-Fans am Tisch hinzu.

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