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„Wer singt denn da?“

Ornithologen in Kiel „Wer singt denn da?“

Der Parkfriedhof Eichhof ist ein Ort der Stille, aber gleichzeitig ein lebendiger Lebensraum. Allein 80 Singvogelarten sollen dort beheimatet sein. Am Sonntagmorgen begab sich Ornithologe Wilfried Knief mit rund 70 Exkursionsteilnehmer im Schlepptau auf ihre Spuren.

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Rotkehlchen, die eine orange-rote Kehle und eine braune Oberseite haben, gehören auch zur Vogelwelt auf dem Parkfriedhof Eichhof. Sie ernähren sich unter anderem von Würmern, Spinnen und Schnecken.

Quelle: Ingrid Haese

Kiel. Im Fokus stand dabei insbesondere die Frage „Welcher Vogel singt denn da und wo befindet er sich gerade?“.

Im Stil englischer Landschaftsgärten ist der Friedhof Eichhof angelegt. Er erstreckt sich über eine Fläche von 40 Hektar und ist damit Schleswig-Holsteins größter Friedhof. Den Teilnehmern der vom Naturschutzbund (Nabu) organisierten Exkursion gab Wilfried Knief, stellvertretender Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein und Hamburg, zu Beginn des Rundgangs eine Einführung zu dem, was das Areal für Vögel so besonders macht. Der Friedhof sei mit einem lichten Wald vergleichbar, in dem vielfältigen Lebensraum gebe es alte und junge Bäume, auch Nadelbäume seien dabei, ebenso Sträucher, Büsche, offene Beete, Wege und Rasenflächen. Die Vögel fänden ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Auf dem Eichhof-Friedhof hätten Baum-, Gebüsch- und Höhlenbrüter ihre Reviere.

Kniefs umfangreiches Fachwissen

„Wir haben hier jetzt die Standvögel, die das ganze Jahr bei uns sind, und die Kurzstreckenzieher, die schon aus den Überwinterungsgebieten im Mittelmehrraum zurückgekehrt sind, die Fernzieher sind noch nicht da“, erläuterte Wilfried Knief. Der 69-jährige Ornithologe kann auf ein umfangreiches Fachwissen zurückgreifen, war er doch über 30 Jahre Leiter der Vogelschutzwarte des Landes Schleswig-Holstein.

 Zur Vogelschar, deren Stimmen die Exkursionsgruppe lauschen konnte, gehörten unter anderem Elstern, Ringeltauben, Buchfinken, Amseln, Kohlmeisen, Rotkehlchen, Sturmmöwen, Singdrosseln, Buntspechte, Dompfaffe und die Mönchsgrasmücke. Insgesamt 24 Vogelarten rückten in den Mittelpunkt des Interesses. Das „Kennenlernen“ begann mit dem Hinhören. Wilfried Knief machte auf das unterschiedliche Gezwitscher aufmerksam, ordnete die in der Umgebung auftauchenden Vögel den Gesängen zu.

Nabu-Führungen

Weitere Führungen mit Wilfried Knief bietet der Nabu regelmäßig an. Am Sonntag, 1. Mai, geht es ab 8 Uhr vom Parkplatz am Domänental in Kronshagen, Claus-Sinjen-Straße, aus auf Erkundung.

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