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Auf der Suche nach Platz zum Wohnen

Ortsbeiräte Holtenau/Friedrichsort Auf der Suche nach Platz zum Wohnen

Kiel hat nicht nur bekanntlich kein Geld, sondern es mangelt auch an Wohnraum in der Stadt. Um mögliche Potenziale für Bauland auszumachen, hat die Stadt als ein Instrument den Wohnbauflächenatlas aufgelegt, der jetzt in den Ortsbeiräten Holtenau/Friedrichsort diskutiert wurde.

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35 Hektar Brachfläche: Der Stadtteil Holtenau birgt mit seinem ehemaligen Marinefliegerhorst ein überdurchschnittliches Potenzial für das Wachstum der Stadt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. So waren die Stadtplaner Martin Dünckmann und Christof Ens zu Gast, um die Flächen vorzustellen, die rein theoretisch bebaubar wären. Laut einer Prognose des Landes wird die Zahl der Einwohner in Kiel bis 2030 um 25000 anwachsen. Das entspricht einem Flächenbedarf von 17 Fußballfeldern oder 16000 Wohneinheiten. Nach Recherchen im gesamten Stadtgebiet hat die Stadt einen Wohnraumflächenatlas zusammengestellt und 230 private und städtische Grundstücke ausgemacht. Damit könnten 9500 Wohneinheiten geschaffen werden. Doch der Atlas „kann nur ein Baustein sein“, der Wohnungsnot zu begegnen, so Stadtplaner Martin Dünckmann. Zudem betonte er, dass es sich bei dem Atlas lediglich um die Sammlung von Flächen handele, aus der sich kein Baurecht ableite. Aus Datenschutzgründen könnten auch nicht alle Flächen öffentlich diskutiert werden, erklärte Dünckmann. Die privaten Grundstücke wurden deshalb in einen nicht-öffentlichen Teil verlegt.

In Holtenau ist der Anteil durch das ehemalige MFG-5-Gelände mit 35 Hektar und 1400 möglichen Wohneinheiten sehr hoch. Dazu kommt noch das anderthalb Hektar große Areal der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) am Plüschowhafen, das die Stadt gerne kaufen möchte. Am Eckener Platz wären bei einer Fläche von 3500 Quadratmetern 30 Wohneinheiten und im Eckenerweg auf 1947 Quadratametern ebenfalls 30 Wohneinheiten möglich. Bei den zwei privaten Grundstücken handelt es sich lediglich um Baulücken.

Anregungen zur Atlas-Erweiterung

Selbst die im Wohnbauflächenatlas ausgemachten Flächen dürften für den künftigen Zustrom nach Kiel nicht ausreichen. Außerdem ist davon auszugehen, dass längst nicht alle bebaut werden können – und wenn überhaupt, erst in den nächsten Jahren. Daher hatten die Holtenauer Ortbeiratsmitglieder diverse Anregungen, wie der Atlas erweitert werden könnte: Die Vorschläge reichten von einer interkommunalen Planung, dem Abriss und Neubau baufälliger Gebäude und Überlegungen, „in die Höhe zu bauen“, bis hin zum Ausbau von Dachgeschossen.

In Pries-Friedrichsort ist das Bauland-Potenzial, wie schon jahrelang diskutiert, schlecht. Immer wieder hatte der Ortsbeirat nach möglichen Bauflächen gesucht, um den Zuzug von jungen Familien zu ermöglichen. Stadtplaner Christof Ens konnte dem Ortsbeirat mit den Flächen im Atlas keine Hoffnung machen.

Zwei Flächen nicht öffentlich diskutiert

Im öffentlichen Teil ging es lediglich um zwei Flächen. Die eine mit 4054 Quadratmetern liegt im Dreieck Poststraße/Falckensteiner Straße und An der Schanze und ist so unglücklich geschnitten, dass dort lediglich zwei Wohneinheiten möglich wären. Für das andere städtische Grundstück am Schusterkrug auf Höhe der Straße Diekmissen – mit 721 Quadratmetern Größe und einem Potenzial von 16 Wohneinheiten – liegt schon eine Baugenehmigung vor. Ein Architektenbüro plant bereits. Die restlichen sechs privaten Flächen, die im nicht-öffentlichen Teil behandelt wurden, seien ebenfalls nicht von Bedeutung, da es sich dabei lediglich um größere Gärten handelt.

Bis Ende des Jahres erwartet die Stadt von allen Ortsbeiräten ein Votum zum Atlas-Entwurf. Danach wird dieser der Ratsversammlung zum Beschluss vorgelegt. Nach der öffentlichen Bekanntmachung und Auslage können dann die Eigentümer der entsprechenden Flächen Widerspruch einlegen. Das heißt, ihre Flächen aus dem Atlas streichen lassen. Unter Berücksichtigung dieser Widersprüche soll der Wohnbauflächenatlas in Abständen von etwa zwei Jahren aktualisiert und fortgeschrieben werden.

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