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In Suchsdorf brodelt es weiter

Ortsbeirat In Suchsdorf brodelt es weiter

Durch den Ortsbeirat Suchsdorf zieht sich weiterhin ein tiefer Riss. Das wurde am Dienstagabend schon kurz nach Sitzungsbeginn deutlich. „Es gibt Probleme innerhalb des Ortsbeirates, und die müssen angesprochen werden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Hans-Jürgen Lembke (CDU).

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Diskutierten mehrere Stunden erneut in angespannter Stimmung (v.li.): Thilo Rudroff, Sabine Lutz, Hans-Jürgen Lembke (alle CDU) und der Vorsitzende Reinhard Warnecke (SPD).

Quelle: Anne Steinmetz

Suchsdorf. Damit begründete er seinen Dringlichkeitsantrag. Darin forderte er, den Tagesordnungspunkt fünf um das Wort „miteinander“ zu ergänzen. Der Punkt, der ursprünglich den Umgang des Ortsbeirates mit kritischen Bürgeranfragen thematisieren sollte, wurde so zur Auseinandersetzung des Gremiums mit sich selbst. „Sie wollen vom eigentlichen Tagesordnungspunkt ablenken“, warf das beratende Mitglied Michael Schmöckel (Linke) Lembke vor und sprach sich als Einziger gegen die Änderung des Punktes aus. So waren die Fronten geklärt, die auch in der anschließenden Diskussion deutlich zutage traten.

„Wir sind von Ihnen, Herr Schmöckel, und Herrn Drabinski terrorisiert worden“, sagte Lembke und holte einen Aktenordner hervor, in denen er E-Mails der beiden abgeheftet hat. Schmöckel gehört ebenso wie der parteilose Gesundheitsökonom Thomas Drabinski zu den Hauptkritikern des Ortsbeirats. In den Mails seien die Beiratsmitglieder persönlich beleidigt worden, führte Lembke aus. Er zitierte aus den Mails, in denen von der „Einfältigkeit des Vorsitzenden“, vom „Filz im Ortsbeirat“ die Rede war und Lembke als „Totalausfall“ bezeichnet wurde. „Das hat mich sehr getroffen, was Sie und Herr Drabinski schreiben“, sagte der Vorsitzende Reinhard Warnecke (SPD). Vielleicht müsste man das als Politiker aushalten, aber auch sein Umfeld sei von den Beleidigungen und Verunglimpfungen betroffen. „Ich finde, wir machen keinen lächerlichen Job. Man kann ja auch unsere Arbeit kritisieren, aber nicht Einzelne persönlich beleidigen.“

Schmöckel warf dem Ortsbeirat vor, kritische Stimmen nicht zuzulassen und als „ungebührliches Verhalten“ zu kritisieren. Außerdem kritisierte er, dass Warnecke sich nicht von der Aussage des Ortsbeiratsmitgliedes Thilo Rudroff distanzierte. Dieser hatte, wie berichtet, Schmöckel und Drabinski als „pathologische Querulanten“ bezeichnet. „So kann man nicht mit kritischen Bürgern umgehen“, sagte Schmöckel. Von den anwesenden Bürgern erhielten Warnecke und Lembke viel Zustimmung. „Entsetzt“ und „schockiert“ sei man von der Stimmung im Ortsbeirat, hieß es da. Der Ortsbeirat mache eine gute Arbeit, war zu hören, und die Forderung nach einer Rückkehr zu mehr Sachlichkeit.

Um die bemühte sich der Ortsbeirat bei den folgenden Tagesordnungspunkten. Doch immer wieder flammte der Konflikt zwischen Schmöckel und den Mitgliedern des Gremiums auf, etwa als Anemone Helbig (SPD) den Antrag Schmöckels auf Gründung einer neuen stadtteilbezogenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft als „absurd“ bezeichnete. Oder als ein Bürger die Sinnhaftigkeit einer erneuten Diskussion über die Nutzung des Cafés Margarethental infrage stellte, die Schmöckel mit einem Antrag angeregt hatte, weil das Gebäude nicht zum Verkauf steht. „Herr Schmöckel hat den Antrag gestellt, und das ist sein gutes Recht“, versuchte der Vorsitzende die Diskussion zu beruhigen. Doch von Harmonie ist der Ortsbeirat weit entfernt.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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