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Von Flüchtlingen ist nichts zu spüren

Ortsbeirat Von Flüchtlingen ist nichts zu spüren

Die Flüchtlingswelle ist derzeit eines der dringlichsten gesellschaftlichen Themen – auch für den Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook. In seiner Novembersitzung diskutierte er mögliche Auswirkungen der Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingsunterkünfte auf seinen Bezirk.

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Im Gebäude des ehemaligen Wehrbereichskommandos Küste (WBK) zwischen Niemannsweg und Kiellinie entsteht bis Dezember eine neue Erstaufnahmeeinrichtung. Klares Signal des Ortsbeirats: Flüchtlinge sind im Stadtteil willkommen!

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Das Stadtteilgremium möchte sich aktiv für eine Willkommenskultur stark machen und unter anderem zur Vernetzung der Menschen und Initiativen beitragen, die Flüchtlingen helfen. Die erste Kieler Erstaufnahmeeinrichtungen – die auf dem Nordmarksportfeld – liegt im Ortsbeiratsbezirk. Eine weitere in der angrenzenden Wik wird gerade vorbereitet. Im Alltag der Stadtteile Ravensberg, Brunswik, Düsternbrook und Blücherplatz sind konkrete Folgen oder gar eine Flüchtlingsproblematik jedoch nicht zu spüren. Die Verwaltung verzeichnet keinen vermehrten Andrang auf Kita- oder Schulplätze. Und die Kriminalitätsstatistik des 1. Polizeireviers in der Düppelstraße erkennt – im Gegensatz zu den Befürchtungen einiger Bürger – kaum messbare Veränderungen.

 Tatsache sei, dass sich die Asylbewerber nach Verlassen der Erstaufnahme schwerpunktmäßig in Mettenhof und Gaarden ansiedelten, berichtete Jugendamtsleiterin Marion Muerköster. Dort würden dringend neue Betreuungsmöglichkeiten für Kinder benötigt. Die Stadt rechnet in den kommenden Monaten mit einem zusätzlichen Bedarf von 400 bis 1000 Kita- und Hortplätzen.

 In der Diskussion kam nun die Frage auf, wie erreicht werden könne, dass die zugereisten Kinder zum Beispiel auch Schulen im Zuständigkeitsgebiet des Ortsbeirats Ravensberg besuchen und hier integriert werden könnten. „Integration läuft über Bildung und Sprache“, sagte Karla Frieben-Wischer (Grüne). Aufgrund der geltenden freien Schulwahl würde es früher oder später sicherlich auch an den Schulen im Ortsbeiratsgebiet zu einer wünschenswerten größeren Durchmischung kommen.

 „Das Problem ist, dass die Stadt nicht bereit ist, für Unterkünfte die ortsüblichen Mieten zu bezahlen“, meinte Alexander Blazek (CDU). So bekämen die Asylbewerber ihre ersten Wohnungen eher in Mettenhof und Gaarden, und eben nicht in Düsternbrook. „Ich verstehe nicht, warum die Stadt so kurzfristig denkt“, bekannte Blazek. Denn das Geld, was sie an Miete einspare, müsse sie später in Form von Sozialarbeit wieder ausgeben.

 Doch preiswerter Wohnraum werde – gerade in Ravensberg – immer knapper, stellte Friedhelm Boyken (SPD) fest. Man müsse dafür sorgen, dass keine Konkurrenz zwischen Flüchtlingen, Studierenden und einkommensschwachen Bürgern entstehe. „Als großer, starker und reicher Bezirk sollten wir unseren Beitrag leisten und uns nicht damit zufriedengeben, dass wir von Flüchtlingen nicht behelligt werden“, mahnte Matthias Triebel (Grüne). „Es ist richtig und wichtig, dass Flüchtlinge auch in unserem Stadtgebiet willkommen sind und sich hier auf der Straße zeigen können.“

 Einige Bürger und Ortsbeiratsmitglieder sprachen sich dafür aus, Neuankömmlingen eine Art Regelkatalog für das Alltagsleben an die Hand zu geben – auch im Hinblick auf die geplante Erstaufnahmeeinrichtung im Gebäude des ehemaligen Wehrbereichskommandos Küste am Niemannsweg. „Es wäre doch gut, frühzeitig auf die Menschen zuzugehen und ihnen die Regeln nahebringen, die wir uns hier zum Zusammenleben gegeben haben“, sagte Blazek.

 Um die Willkommenskultur zu stärken, möchte der Ortsbeirat einen Impuls geben: Er regt ein Treffen all derer Menschen und Initiativen an, die sich um Flüchtlinge kümmern und zum Thema Integration beitragen wollen. Hierfür soll jetzt ein Termin gefunden werden.

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