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Rückkehr zur Sachlichkeit

Ortsbeirat Suchsdorf Rückkehr zur Sachlichkeit

Niemand hat gepöbelt, die Diskussion der Anträge zog sich nicht unnötig in die Länge, und um 22 Uhr wurde die Sitzung geschlossen: Im Ortsbeirat Suchsdorf ging es am Dienstagabend so sachlich zu wie lange nicht mehr.

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Die Schließung ist beschlossene Sache: Die Suchsdorfer Polizeistation wird mit der in der Wik zusammengelegt. Das wurde im Ortsbeirat erneut bestätigt.

Quelle: Frank Peter

Suchsdorf. Zwar dauerte bereits die Abstimmung über die Kenntnisnahme der Niederschrift fast eine halbe Stunde, weil das beratende Mitglied Michael Schmöckel (Linke) fünf Anträge zur Änderung des Protokolls gestellt hatte. Nach Ansicht der übrigen Mitglieder gaben sie aber alle den Verlauf und nicht ein Ergebnis der Diskussion wider. „Es ist nun schon häufiger gesagt worden, dass wir hier ein Ergebnisprotokoll führen. Es kann nicht sein, dass sich jedes Mal die Tagesordnung verlängert, weil wir über diese Anträge abstimmen müssen“, sagte der Ortsbeiratsvorsitzende Reinhard Warnecke (SPD). Alle Anträge wurden einstimmig abgelehnt.

 Auch der Einwurf Schmöckels, Warnecke dürfte aus Befangenheit nicht zum Wohnbauflächenatlas Stellung nehmen, wurde mit Hinweis auf das Büro des Stadtpräsidenten nicht weiter diskutiert. Das hatte schriftlich erklärt, keinen Grund für eine Befangenheit zu erkennen. Schmöckel warf Warnecke vor, dass er von einer Bebauung profitieren würde, weil er in der Nähe eines Grundstücks aus dem Flächenatlas wohne. „Der Wert von Herrn Warneckes Grundstück steigt dadurch“, rief Schmöckel, um die entstandene Unruhe unter den Anwesenden zu übertönen, erntete für seine Argumentation jedoch Gelächter aus dem Publikum. Der Ortsbeirat stimmte stattdessen über seine Stellungnahme zu den möglichen Bauflächen im Stadtteil ab und empfahl Werkstattgespräche für die weitere Entwicklung der Flächen.

 Auch in der Debatte um den Polizei-Einsatz im Stadtteil Ende Oktober kochten an diesem Abend keine Emotionen hoch, obwohl Schmöckel Parallelen zum Amoklauf in München zog. „Dieser Vergleich ist völlig übertrieben“, hielt Hans-Jürgen Lemke (CDU) entgegen. Er habe an dem Tag mit Polizisten gesprochen und sich danach gut informiert gefühlt. Aus dem Publikum kam jedoch der Einwand, dass die unterschiedlichen Informationen der Polizei für Verunsicherung gesorgt hatten. Im Zusammenhang mit dem Einsatz hatte Schmöckel erneut die Diskussion um den Verbleib der Polizeistation Suchsdorf auf die Tagesordnung gebracht. Der Ortsbeirat hatte sich schon im vergangenen Jahr gegen eine Schließung der Station ausgesprochen – ohne Erfolg. Kai Born, Leiter des 1. Polizeireviers, erzählte, dass das Innenministerium dem Zusammenschluss der Stationen in der Wik und im Suchsdorf zugestimmt hatte. Derzeit werde in Projensdorf nach einem geeigneten Gebäude gesucht. „So lange nichts Geeignetes gefunden ist, bleibt die Polizeistation Suchsdorf aber mit zwei Kollegen bestehen“, sagte Born. Er versprach den Ortsbeirat über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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