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Die ersten Eier sind schon entdeckt

Ostern in Kiel Die ersten Eier sind schon entdeckt

Ostern ist nicht nur das höchste christliche Fest, es ist gleichzeitig auch Frühlingserwachen und Anlass für so manchen Brunch mit Familien und Freunden. Vielerorts laufen die Vorbereitungen auf die Ostertage in der Landeshauptstadt auf Hochtouren.

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Genau gucken und bloß keine Schokoeier oder Krokusse zertreten: Das war die Devise beim Eiersuchen der Kita-Kinder in der Marienwerder Straße.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. In der Kindertageseinrichtung in der Marienwerder Straße sind die Wochen vor dem Fest gut gefüllt. „Die Kinder wissen ja, das Ostern kommt, also passen wir auch unsere Aktivitäten entsprechend an“, sagt Regina Baumann, Leiterin der Einrichtung mit 121 Kindern, die viel Wert auf Kreativität legt. Die Ostergeschichte wird in der konfessionslosen Einrichtung nicht besprochen. Osterbräuche gibt es trotzdem. „Besonders die Vorbereitung auf das Fest ist für die Kinder wichtig. Wir basteln und schmücken und machen im Flur ein großes Osterfrühstück“, erzählt Baumann. „Und natürlich erzählen die Kinder auch, wie bei ihnen zu Hause gefeiert wird.“ Schon die ein- bis dreijährigen Krippenkinder haben aus einem bemalten Eierkarton ein Huhn gebastelt, die Vorschulkinder arbeiten an größeren Exemplaren, die sie mit nach Hause nehmen dürfen. Der Höhepunkt der Ostervorbereitungen ist aber natürlich die Eiersuche auf dem Außengelände. „Stups der kleine Osterhase“ schallt vereinzelt durch den Flur, während sich die „Zwergen-Gruppe“ in Reih und Glied auf den Weg nach draußen macht – ein selbstgebasteltes Körbchen zum Sammeln fest in der Hand. Schoko-Lollis und -Eier gibt es zu finden, aber auch einiges, was der Osterhase bestimmt nicht versteckt hat, zum Beispiel einen Haarreif. „Wir halten das hier bewusst klein. Einige Kinder bekommen zu Hause richtig große Geschenke, das machen wir hier aber nicht mit“, sagt Baumann. Als alles abgegrast ist, werden die Fundstücke gerecht aufgeteilt.

Um christliche Bräuche kümmert sich hingegen die Jugend der katholischen Kirchengemeinde St. Heinrich. Seit 30 Jahren backen hier Jugendliche aus Kuchenteig Osterlämmer für den guten Zweck. Die Lämmer, ein Symbol für die Auferstehung Jesu Christi, wurden dieses Jahr in der Nacht von Mittwoch auf Gründonnerstag im Gemeindehaus fast wie am Fließband produziert. Bei verschiedenen Ostergottesdiensten werden die Leckereien verkauft. Der Erlös geht an das Schulaufklärungsprojekt „SchLAu“ des Haki e.V., der lesbisch-schwule Emanzipationsarbeit an Schulen fördert.

 Zuerst mussten die Lämmer aber in Form gebracht werden. Nadine Specht ist bereits erfahrene Lamm-Bäckerin und behielt den Überblick, während 17 Helfer sich am Mittwochnachmittag ans Werk machten. „In all den Jahren hat sich ein System entwickelt“, erzählt die 18-Jährige. „Jeder weiß inzwischen, wo was steht. Wir haben eine Einfett-Station, wo die Formen eingefettet und zusammengebaut werden.“ In der Küche wird der Teig gemixt und – ganz wichtig – abgestrichen wie viele Portionen in den vier Backöfen schon in Arbeit sind. Für 200 Lämmer in den Geschmacksrichtungen Rum, Schokolade, Zitrone und Muffin haben Unternehmen aus Kiel Backformen und Zutaten gespendet. „Aber ein bisschen Schwund ist immer“, sagt Nadine Specht. Die Aktion habe neben viel Spaß jedoch auch andere Auswirkungen. „Am nächsten Morgen können wir die Augen meist kaum noch offen halten, und man möchte am liebsten nie wieder auch nur irgendwas Süßes sehen. Das geht jedem spätestens nach dem 50. Lamm so.“

Die Lämmer gibt es zum Preis von sechs Euro nach den Ostergottesdiensten am Sonnabend, 26. März um 19 Uhr, Dreieinigkeit, und am Sonntag, 27. März um 6 Uhr, St. Heinrich; 9.30 Uhr, Dreieinigkeit und 11 Uhr, St. Heinrich, zu kaufen. „Märtyrer“, die ihren Kopf verloren und wieder angeklebt bekommen haben, kosten 5 Euro.

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