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Zerstörer der US-Raketenabwehr auf Patrouille

Ostsee Zerstörer der US-Raketenabwehr auf Patrouille

Erstmals seit der Verlegung nach  Europa ist eines der Schiffe des amerikanischen Raketenabwehrprogramms BMD in die Ostsee eingelaufen. Der Zerstörer „Donald Cook“ hat die dänischen Meerengen sowie Fehmarnbelt und Kadetrinne ohne Zwischenfälle passiert. Derzeit operiert das Schiff im zentralen Bereich der Ostsee.

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Die Donald Cook  ist in die Ostsee eingelaufen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Wie das Kommando der 6. US Flotte mitteilt, ist die Patrouille Teil der Operation Atlantic Resolve. Deren Auftrag ist es, die Nato-Mitgliedsstaaten in Osteuropa zu unterstützen und Präsenz gegenüber Russland zu zeigen.   

Bei dem BMD-Programm handelt es sich um das modernste Abwehrsystem der USA und der Nato gegen ballistische Langstreckenraketen die in großer Höhe oder im Weltraum fliegen. 33 Zerstörer und Kreuzer der US-Marine sind mit Waffensystemen zur Teilnahme an diesem bislang einzigen Raketenschutzschild weltweit ausgerüstet.

In Europa sind derzeit vier Schiffe stationiert, die in Rota bei Cadiz ihren Heimathafen haben. In Polen und Rumänien werden Landanlagen gebaut. Gegen die Ausweitung dieses Schutzschirms und die Präsenz der Abfangwaffen hatte besonders Russland in der Vergangenheit mehrfach scharf protestiert.

Der Zerstörer „Donald Cook“ war im  März  zunächst ins Mittelmeer gefahren. Am 25. März  änderte das Schiff vor Kreta dann den Kurs und fuhr um Europa herum in die Ostsee. Im Mittelmeer vor Kreta ist jetzt das Schwesterschiff „Porter“ auf Patrouille.  

Beide Zerstörer sind mit Systemen des Programms Ballistic Missile Defence  (BMD) ausgerüstet. Für diesen Zweck verfügt die „Donald Cook“ neben weitreichenden Radaranlagen auch über den Flugkörper SIM161 Standard Missile 3, der von der Firma Raytheon gebaut wird.  Dieser Flugkörper hat eine extrem große Reichweite von mehr als 700 Kilometern und kann damit auch gegen Ziele im Weltraum eingesetzt werden. Damit gelang es der US-Marine auch, einen Satelliten abzuschießen.  

Die USA haben 2014 und 2015 vier Zerstörer aus dem BMD-Programm nach Rota in Südspanien verlegt. Diese Schiffe dienen als vorgeschobene Plattformen für das BMD-Programm. Die „Donald Cook“ kam im Februar 2014 als erster Zerstörer über den Atlantik. Seit der Verlegung hat das Schiff drei mehrmonatige Patrouillen im Mittelmeer sowie im Schwarzen Meer absolviert. Am 14. März hat die „Donald Cook“ nach Mitteilung der US-Marine unter dem Kommando von Commander Charles Hampton die spanische Basis Rota zur vierten Patrouille verlassen.   

In der Ostsee machte der Zerstörer am Freitag seinen ersten Zwischenstopp in Polen. Der Hafenbesuch in Gdingen wurde auch zur Versorgung genutzt. Weitere Häfen sind noch nicht bekannt. Auch Kiel gehört zu den Häfen, die zur Nachversorgung dieser Schiffe zertifiziert und ausgewählt sind. Die Patrouille in der Ostsee ist Teil der Unterstützung der Nato für die Mitgliedsstaaten in Osteuropa.  Wie lange das Schiff in der Ostsee bleiben wird, ist ebenfalls noch unklar.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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der Kieler Förde, dem
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