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Land genehmigt Betrieb des Wärmespeichers

Ostufer Kieler Förde Land genehmigt Betrieb des Wärmespeichers

Wenn alles nach Plan läuft, soll der Wärmespeicher auf dem Ostufer Ende des Jahres seinen Betrieb aufnehmen. Die Genehmigung dafür und für die Pumpenhalle haben die Kieler Stadtwerke schon mal: Robert Habeck (Grüne) übergab sie am Donnerstag persönlich auf der Baustelle.

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Umweltminister Robert Habeck (rechts) überreichte Stadtwerke-Vorstand Jörg Teupen symbolisch einen Schlüsselfür die Betriebsgenehmigung.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Es war ein langer Weg, und ich freue mich, dass Kiel schon so weit gekommen ist“, sagte der Landesumweltminister. „Der 42000 Kubikmeter Wasser fassende Wärmespeicher ist ein erster Baustein für das Gesamtkonzept unserer zukünftigen Fernwärmeversorgung in Kiel“, sagte Stadtwerke-Vorstand Jörg Teupen. „Wir sind stolz auf das, was wir hier errichtet haben.“

Im Mai hatte die rostrote „Thermoskanne“ ihre Bauhöhe von 60 Metern erreicht, inzwischen ist der Turm mit 30 Metern Durchmesser schon fast komplett isoliert und grau verkleidet. Mit Spannung habe er in den letzten Wochen auf das Setzungsverhalten des Neubaus geschaut, sagte Teupen. Also darauf, wie der Untergrund auf die Gewichtslast des Gebäudes reagiert und wie stark sich das Bauwerk absenkt. Wegen der Beschaffenheit des Bodens ist der Speicher auf 121 Pfählen im Erdreich verankert. „Der Wärmespeicher soll natürlich gerade stehen“, so Teupen. Das tue er glücklicherweise. „Wie von den Statikern erwartet, hat er sich gleichmäßig gesetzt.“

115 Grad heißes Wasser

Wenn die „Thermoskanne“ fertig ist, soll das 115 Grad Celsius heiße Wasser in ihrem Inneren etwa 70000 Kieler bis zu acht Stunden lang mit Fernwärme versorgen können. Ein Elektrodenkessel kann überschüssigen Strom aus dem Netz nutzen, um Wasser aufzuheizen und im Wärmespeicher zwischenzulagern. „Der Bau des Wärmespeichers verschafft den Stadtwerken die Möglichkeit, sich noch besser und flexibler auf die Bedürfnisse des Energiesystems der Zukunft einzustellen: eine Energiewelt, die zunehmend auf erneuerbaren Energien basiert“, lobte Habeck.

"Das soll keine Elbphilharmonie werden"

Sorge machen den Stadtwerken dagegen die Politiker in Brüssel. Solange die EU-Notifizierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes nicht vorliegt, geht – wie berichtet – der Bau des Gasheizkraftwerks nicht voran. Denn an dem Gesetz hängen Fördergelder, die das Kieler Kraftwerk braucht, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Laut Minister Habeck ist die Notifizierung für Ende Oktober angekündigt. Wenn sie bis Ende November nicht durch sei, könne der Bauplan ins Straucheln geraten, sagte Teupen. Nur bis dann sind Bauunternehmen und Motorenhersteller an ihre Angebote gebunden. „Das soll keine Elbphilharmonie und kein Berliner Flughafen werden. Und das wird es auch nicht“, betonte der Stadtwerke-Vorstand. Bei Zeitplan und Budget habe man alles im Griff.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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Ostufer Kieler Förde
Foto: Neues Wahrzeichen an der Förde: Der Warmwasserspeicher der Stadtwerke hat auf dem Baugelände in Hasselfelde seine endgültige Größe erreicht.

Das Ostufer hat seit ein paar Tagen ein neues Wahrzeichen. Neben dem Marineehrenmal, Werft-Portalkran und dem Gemeinschaftskraftwerk steht dort jetzt ein 60 Meter hoher Wärmespeicher. „Der Bau hat jetzt seine Endhöhe erreicht“, bestätigt Sönke Schuster, Sprecher der Stadtwerke Kiel.

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