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Wärme aus der „Thermosflasche“

Ostufer Kieler Förde Wärme aus der „Thermosflasche“

Das Ostufer hat seit ein paar Tagen ein neues Wahrzeichen. Neben dem Marineehrenmal, Werft-Portalkran und dem Gemeinschaftskraftwerk steht dort jetzt ein 60 Meter hoher Wärmespeicher. „Der Bau hat jetzt seine Endhöhe erreicht“, bestätigt Sönke Schuster, Sprecher der Stadtwerke Kiel.

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Neues Wahrzeichen an der Förde: Der Warmwasserspeicher der Stadtwerke hat auf dem Baugelände in Hasselfelde seine endgültige Größe erreicht.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das rostbraune Bauwerk war seit Februar Stück für Stück gewachsen. Einen Spitznamen für den Wärmespeicher haben Mitarbeiter und Anwohner auch schon gefunden: die Thermosflasche.

Den rostbraunen Koloss hatten Baufirmen aus 130 vorgefertigten Stahlblechelementen montiert. Nachdem im Januar zunächst das Dach und die ersten Elemente montiert wurden, begann Anfang Februar dann der Spiralbauvorgang. Fixiert auf 30 Dreh- und Hubelementen, wuchs die Stahlhülle des Wärmespeichers seither mit jedem Tag. Dabei schraubte die Montagevorrichtung den Kessel im Schnitt einen Meter pro Tag in die Höhe. Jedes der Stahlelemente war fünf bis zehn Meter lang und drei Meter breit.

70500 Kieler für acht Stunden versorgen

Diese Elemente wurden beim Einsetzen verschweißt. Sie bilden jetzt den Tank des neuen Wärmespeichers. Dieser hat nach Mitteilung der Stadtwerke ein Fassungsvermögen von 42000 Kubikmetern Wasser. Diese Menge soll mit Beginn der kommenden Heizperiode im Oktober als Speicher für die Kieler Fernwärmeversorgung dienen. In dem Tank soll nach den Vorstellungen der Planer die Temperatur des Wassers 115 Grad betragen. Genug, um etwa 70500 Kieler Fernwärmekunden über acht Stunden versorgen zu können.

Das könnte zum Einsatz kommen, wenn das neue Gasmotorenkraftwerk einmal kurzzeitig abgestellt werden müsste. „Die Investition in den Wärmespeicher ist ein wichtiges Element für die sichere und zuverlässige Fernwärmeversorgung Kiels“, sagt Jörg Teupen, Technikvorstand der Stadtwerke Kiel.

Heller, freundlicher Farbton kommt

Nach der Fertigstellung des 60 Meter hohen Stahlkörpers beginnt jetzt die Ausrüstung des Tanks. Im Juli sollen erstmals 42000 Kubikmeter Wasser in den Speicher gefüllt werden – zunächst noch normales Leitungswasser, da damit die Hülle auf ihre Dichtigkeit überprüft werden soll. Was den leicht rostigen Anblick angeht, kann Stadtwerke-Sprecher Schuster die Anwohner beruhigen. „Das ist alles nur vorübergehend. Final wird der Wärmespeicher ein gefälligeres Aussehen bekommen“, so Schuster. Nach der Dichtigkeitsprüfung beginnt die Isolierung und Verkleidung des Tanks. Ein heller, freundlicher Farbton sei vorgesehen, so der Sprecher.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Gasmotorenkraftwerk
Foto: Stadtwerke-Technikvorstand Jörg Teupen vim "Untergeschoss" des Speichers, das sich noch weiter in die Höhe schraubt. 40 Meter hoch wird hier das Wasser stehen.

Der Zeitplan ist ambitioniert, die Finanzierungsgespräche für das 290-Milllonen-Euro-Projekt laufen. Doch die Stadtwerke Kiel zeigen sich optimistisch: „Der Termin Oktober 2018 für die Fertigstellung des neuen Gasmotorenkraftwerkes steht“, sagte Technikvorstand Jörg Teupen bei einem Ortstermin auf dem Ostufer.

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