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Schon wieder 3800 Wohnungen verkauft

Ostufer Schon wieder 3800 Wohnungen verkauft

Und wieder hat ein großes Wohnungspaket in Kiel den Eigentümer gewechselt. Die Deutsche Wohnen AG (Frankfurt) hat auf dem Ostufer 3800 Wohnungen gekauft. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens. Die Deutsche Wohnen ist derzeit selbst Übernahmekandidat.

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Die Deutsche Wohnen AG (Frankfurt) hat auf dem Ostufer 3800 Wohnungen gekauft.

Quelle: Boris Roessler/dpa (Symbolfoto)

Kiel/Berlin. Die Vonovia SE (Bochum) hat den Aktionären ein Angebot gemacht, das der Deutsche-Wohnen-Vorstand allerdings ablehnt.

Die Deutsche Wohnen erhöht damit ihren Bestand an Wohnungen in Kiel deutlich auf insgesamt knapp 4800. Das Unternehmen besitzt im Norden noch Wohnungen in Lübeck, der Großteil des Bestandes befindet sich aber im Großraum Berlin, im Rhein-Main-Gebiet, im Rheinland, in Dresden und Hannover sowie in Leipzig, Braunschweig und Magdeburg. Die Mieter in Kiel wurden bislang über den Verkauf nicht informiert. Auf Anfrage der Kieler Nachrichten bestätigte das Unternehmen die Übernahme: „Die 3800 Wohnungen wurden erst im Januar hinzugekauft, durch den Erwerb der Scan Deutsche Real Estate Kiel GmbH, die trotz ihres Namens Berlin als Firmensitz hat. Im Zuge des Ankaufs sei sie in Deutsche Wohnen Kiel GmbH umbenannt worden. Die 3800 Wohnungen befinden sich in den Kieler Stadtteilen Neumühlen-Dietrichsdorf, Wellingdorf und Elmschenhagen.

 Verwaltet werden die Wohnungen weiter durch die Pecunia Immobilien Management GmbH (Kiel). Die teilte per Handzettel den Mietern am Freitagnachmittag mit, dass die Scan Deutsche Real Estate GmbH „umfirmiert“ worden sei, erwähnte aber nicht den Verkauf der Wohnungen. Hinter Scan standen norwegische Investoren, das Unternehmen firmierte bis zum Jahr 2006 Kristensen Real Estate GmbH. Die Wohnungen waren zuvor schon mehrfach verkauft worden: von Preussag an die Deutsche Anlagen Leasing (DAL), eine Tochter der Sparkassen, dann an den US-Fonds Babcock&Brown und den Privatinvestor Wolfgang Barg und schließlich an Kristensen. Wolfgang Barg wiederum ist Geschäftsführer und Gesellschafter von Pecunia, die laut Deutsche Wohnen auch künftig diese Wohnungen verwalten wird.

 Vonovia hingegen hat erst vor kurzem 6000 Wohnungen in Norddeutschland an einen Immobilienfonds der Deutschen Bank verkauft, davon befinden sich 3860 in Schleswig-Holstein (Flensburg, Neumünster, Eckernförde). Das Unternehmen hieß bis Anfang September Deutsche Annington, kurz vor der Aufnahme in den Börsenindex Dax Mitte September hatte sich der Konzern in Vonovia umbenannt. Nach Schleswig-Holstein war das Unternehmen 2003 gekommen, damals übernahm Annington rund 10000 Wohnungen der Big Heimbau. Derzeit gehören Vonovia in Schleswig-Holstein 21000 Wohnungen, rund 12000 davon in Kiel.

 Ob die jüngsten Geschäfte von Vonovia und Deutsche Wohnen in Zusammenhang mit dem Übernahmekampf stehen, ist unklar. Beide Unternehmen wollen sich dazu nicht äußern. Klar ist, dass Vonovia durch Verkäufe die finanzielle Situation des Unternehmens verbessert; die Deutsche Wohnen hingegen wird durch Übernahmen teurer. Der Vorstand hatte bereits im Herbst den Versuch gestartet die LEG Immobilien (Düsseldorf) mit 110000 Wohnungen zu übernehmen und damit den Übernahmeversuch abzuwehren. Doch das war am Widerstand der eigenen Aktionäre gescheitert, der Vorstand nahm Ende Oktober das Angebot für die LEG zurück.

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