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Von Kiel in die Arktis

Ostuferhafen Von Kiel in die Arktis

Im Kieler Ostuferhafen können nicht nur Lastwagen, Container und Papier umgeschlagen werden.  Der Mehrzweckhafen eignet sich auch für die Wissenschaft. Erstmals war der Ostuferhafen in diesem Jahr Anlaufpunkt für eine russische Arktisexpedition.

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Das Einsatzgebiet der "Akademik Tryoshnikov" ist während der Sommermonate das Nordmeer mit der Arktis.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Am Liegeplatz nahe der Schwentinemündung übernahm das russische Forschungsschiff "Akademik Tryoshnikov" am Donnerstag und Freitag Ausrüstung für eine Expedition in die Arktis. In der Nacht zum Sonnabend verließ das orangerote Spezialschiff wieder Kiel mit Kurs auf Arkhangelsk. Zuvor hatte die Besatzung mit den beiden Schwergutkränen am Liegeplatz 8 Ausrüstung für eine Arktis-Mission übernommen.
Die 2009 in St. Petersburg gebaute "Akademik Tryoshnikov" ist das derzeit modernste russische Polarforschungsschiff. In der Arktis betreuen die Wissenschaftler mit dem Schiff Forschungsstationen, die die Eisdrift und die Eisdicke untersuchen.

Der 133 Meter lange Rumpf verfügt dafür über Eisbrecherfähigkeiten. Der Bug und das Heck sind ähnlich wie bei großen russischen Eisbrechern speziell verstärkt. Der Antrieb der "Akademik Tryoshnikov" besteht aber im Gegensatz zu den großen Eisbrechern nicht aus Atomreaktoren sondern aus drei großen finnischen Wärtsilä-Motoren mit zusammen fast 30 000 PS. Damit kann die "Akademik Tryoshnikov" im freien Wasser bis zu 16 Knoten erreichen. Bei etwa einem Meter dicken Eis schafft der rote Koloss nach russischen Quellen sogar noch zwei Knoten.
Das Einsatzgebiet der "Akademik Tryoshnikov" ist während der Sommermonate das Nordmeer mit der Arktis. Im Herbst stehen Fahrten in Antarktis auf dem Programm. In diesem Winter soll das Schiff erstmals die Antarktis komplett umrunden.

Die Tanks und Vorräte erlauben eine Reichweite von 15000 Seemeilen und 45 Tagen. Neben der 60köpfigen Crew können auch bis zu 80 Wissenschaftler oder Passagiere eingeschifft werden. Zur Ausrüstung gehören auch zwei Bordhubschrauber des Typs Kamov KA-32.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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